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„Ich bin entschlossen, Herr Wirthsagte Tressilian,„morgen meinen Besuch auf dem Schlosse zu wiederholen, umgenauere Nachricht von ihr zu erhalten, als mir bis jetzt mög-lich war. Ihr Charakter müßte sich gänzlich verwandelt ha-ben, wenn meine Worte keinen Eindruck auf sie machen sollten."
„Mit Eurer Erlaubniß, Herr Tressilian," sagte der Wirth,„diesen Weg könnt Ihr nicht cinschlagen. Die Dame hat jaschon, wenn ich Euch recht verstanden habe, Eure Vermitte-lung in dieser Sache abgelehnt."
„Das ist nur zu wahr," cntgegnetc Tressilian, „ich kannes nicht leugnen."
„Nun, welches Recht oder welches Interesse habt Ihrdemnach, ihr gegen ihren Willen Eure Vermittelung aufzudrin-gen, so entehrend auch ihre Neigung für sie selbst und ihre An-gehörigen sein mag? Irre ich nicht, so werden Die, unterderen Schutz sie sich begab, wenig Anstand nehmen, Eure Da-zwischenkunft zurückzuweisen, und wäret Ihr auch ihr Vateroder Bruder; und vollends als verschmähter Liebhaber setztIhr Euch der Gefahr aus, mit Schimpf und Schande ausdem Hause geworfen zu werden. Ihr könnt keine Obrigkeitzur Hülfe und Unterstützung auffordcrn, würdet nach einemSchatten im Wasser jagen, und ihn — verzeiht mir meineFreimütlugkeit — doch nicht erhaschen können."
„Ich will mich an den Grafen von Lcicester wenden,"sagte Tressilian, „und mich über die Niederträchtigkeit seinesGünstlings bei ihm beschweren. — Er begünstigt die strengeSecte der Puritaner — und wagt schon um seines eigenenguten Namens willen nicht, meine Klage zurückzuweisen, selbstwenn die Grundsätze von Ehre und Großninth, die ihm derRuf beilegt, ihm gänzlich fremd sein sollten. — Sonst wendeich mich an die Königin selbst."
KenUworth. I.
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