Druckschrift 
8 (1851) Kenilworth
Entstehung
Seite
130
Einzelbild herunterladen
 

130

anderem Zustande, als in den Zeiten, wo es der Wohnsitz derschönen Nosamunde war, und Heinrich der Zweite cs zum Schau-platz seiner geheimen und unerlaubten Liebe benutzte. Noch mehraber war es von dem Anblick verschieden, den es heutiges Tagesgewährt, wo Blcnheim House an Marlboroughs Sieg undVanburghs Genie erinnert, obgleich zu seiner Zeit von Leutengetadelt, die viel weniger Geschmack besaßen, als er. Zu Elisa-beths Zeit war es ein altes, schlecht unterhaltenes Schloß, wel-ches zum großen Nachtheil des naheliegenden Dorfes schon längstaufgehört hatte, königliche Residenz zu sein. Die Einwohnerhatten indeß mehrere Bittschriften an die Königin eingereicht,worin sic baten, sie doch von Zeit zu Zeit mit ihrer königlichenGegenwart zu beglücken; und zu diesem Zweck hatte der edleLord, den wir bereits unfern Lesern vorgeführt haben, we-nigstens zum Scheine, Woodstvck besucht.

Varney und Lambourne sprengten ohne viele Umstände inden Hof des alten verfallenen Schlosses, wo sich an jenem Mor-gen eine Scene geschäftigen Treibens zeigte, wie cs seit zweiRegierungen nicht mehr der Fall gewesen war. Die Hausbeam-tcn des Grafen, Livreebediente und anderes Gefolge kamen undgingen mit all dem lärmenden Uebermuth, der Leuten ihresSchlages eigen ist. Da hörte man das Wiehern der Pferdeund das Gebell der Hunde; denn Mylord hatte als Oberauf-seher des Schlosses und des dazu gehörigen Gutsbezirks, wie sichvon selber versteht, die Mittel in Händen, seine Jagdlust indem dazu gehörigen Thiergarten oder Park zn befriedigen, deram frühesten in England mit einer Einzäunung soll versehen ge-wesen sein, und worin das Wild, welches sich dort lange unbe-lästigt umhergetrieben, in Menge vorhanden war. Viele Dorf-bewohner hatten sich in gespannter Erwartung eines günstigenErfolges dieses ungewohnten Besuches indem Schloßhofe ver-