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8 (1851) Kenilworth
Entstehung
Seite
119
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machte so seine Gestalt und seine Gesichtszüge völlig unkenntlich.In dem Hofraume standen für ihn und Varney Pferde bereit;denn zwei seiner Leute, in so weit in sein Geheimniß eingeweiht,daß sie wußten oder erriethen, der Graf habe in diesem Schlosseeine Liebschaft mit einer schönen Dame, deren Namen und Standsic aber nicht kannten, waren bereits in der Nacht vorausge-schickt. Anton Foster selbst hielt den Zügel des gräflichen,durch Stärke und Behendigkeit zu raschem Ritte geeignetenRosses; während sein alter Diener den Zaum des ansehn-licheren, weit prachtvolleren Rosses gefaßt hatte, welches Ri-chard Varney in der Rolle als Gebieter besteigen sollte.

Als der Graf sich näherte, trat jedoch Varney vor, umseinem Herrn den Zügel zu halten, und Anton Foster an dieserDienstleistung, die er vermuthlich für ein ihm gebührendes Amthielt, zu verhindern. Mit mürrischem Gesicht wich Anton seinerDazwischenkunft, welche die Absicht zu haben schien, ihn ab-zuhalten, seinem Gönner und Beschützer seine Ehrerbietungzu bezeigen; der Graf aber schwang sich ohne weitere Bemer-kung auf sein Roß und ritt, ohne daran zu denken, daß seineangenommene Bedientenrolle ihm seinen Platz hinter dem vor-geblichen Gebieter anwies, gedankenvoll zum Viereck hinaus, nichtohne wiederholt seine Hand gegen das Fenster zu neigen, um dievon derGräfin mit demSchleier gcgebenenZeichen zu beantworten.

Während so seine stattliche Gestalt unter dem dunkelnThorwege verschwand, der aus dem Schloßhofe führte, mur-melte Varney vor sich hin: „Seht nur wie politisch, dortreitet der Diener vor dem Herrn!" dann benutzte er den Au-genblick, als ihm der Graf aus dem Gesichte war, um nochein Wörtchen mit Foster zu sprechen. „Du siehst so finsterdrein, Tony," sprach er, „als hätte ich Dich um ein gnädigesKopfnicken von Mylord gebracht; ich habe ihn aber vermocht»