wußte; so daß er durch gegenwärtige und vergangene Dienstesein fast unentbehrlicher Vertrauter geworden war.
„Hilf mir ein einfacheres Reitkleid anlegcn, Varney!"sprach der Graf, indem er seinen reichen seidenen Schlafrockabwarf, „und lege diese Ketten und Fesseln — (hier deuteteer auf die verschiedenen auf dem Tische liegenden Ordenszei-chen) an ihren Ort. Ich vermochte vorigen Abend kaum ihrGewicht zu tragen. Ich bin beinahe entschlossen, mich nichtmehr langer von diesen Banden fesseln zu lassen; sie sind vonSchelmen erfunden worden, um Narren daran zu gängeln.Was meinst Du, Varney?"
„Traun, Mylord!" cntgegnete sein Kammerdiener, „ichdächte, goldene Fesseln sind nicht mit andern zu vergleichen,sie sind um so willkommener, je gewichtiger sic sind."
„Bei alledem,Varney," erwiderte sein Gebieter, „bin ich bei-nahe entschlossen, mich nicht länger durch sie an den Hof bindenzu lassen. Was können fernere Dienste und höhere Gunst mirnochaußer dem hohen Range und den reichen Besitzungen gewähren,die ich bereits in Sicherheit habe? — Was brachte meinen Va-ter ans das Schaffet, als daß er seine Wünsche nicht nach Rechtund Billigkeit beschränkte? — Ich war, wie Du weißt, schonin mancher Gefahr, und bin ihr nur mit genauer Noth entgan-gen, und fast bin ich jetzt entschlossen, die See nicht weiter zuversuchen, sondern mich ruhig am Gestade niederzulassen."
„Und mit Herrn Cupido Muscheln zu sammeln," fiel Var-ney ein.
„Wie meinst Du das, Varney?" fragte der Graf miteiniger Heftigkeit.
„Nun, Mylord," erwiderte Varney, „seid nicht böse aufmich. Wenn Ew. Herrlichkeit durch den Besitz einer liebenswür-digen Gemahlin so vollkommen glücklich ist, daß Ihr, um ihres