„Gern, meine Liebe," sprach der Graf, „wenn Du denSitz mit mir thcilen willst."
„Nicht dvch," sagte die Gräfin, „ich will mich auf diesenSessel zu Deinen Füßen sehen, damit ich Deinen vollen Glanzüberschaue und zum ersten Mal sehe, wie Fürsten gekleidet find."
Mit kindlichem, ihrer Jugend und ländlichen Erziehungnatürlichem und verzeihlichem Staunen, gemischt mit dem zar-ten Ausdrucke der innigsten ehelichen Zuneigung, untersuchteund bewunderte sie von Kopf bis zu Fuß d>e edle Gestalt undden fürstlichen Anzug des Mannes, der die stolzeste Zierde desHofes von Englands jungfräulicher Königin war; so berühmtdieser auch durch glänzende Hoflente und weise Rathgeber war.Mit einem Blick voll zärtlicher Liebe auf seine reizende Ge-mahlin, und geschmeichelt durch ihre unverstellte Bewunderung,drückten das schwarze Auge und die edlen Züge des Grafensanftere Gefühle aus, als die gebieterischen, emporstrebcndenBlicke, die gewöhnlich unter seiner hohen Stirn aus seinemdurchdringenden Feuerauge hervorblitzteo. Er lächelte überdie kindliche Einfalt, mit der sie ihn über die verschiedenenEhrenzeichen befragte, womit er geschmückt war.
„Der gestickte Streif, wie Du es nennst, um mein Kniehier,"sagte er, „istderOrden des Hosenbandes, ein Ehrenzeichen,auf welches Könige stolz sind ! Sieh, hier ist der dazu gehörigeStern und hier der Diamant des Ordens. Du wirst gehört ha-ben, wie König Eduard und die Gräfin von Salisbury —"
„O, ich kenne die ganze Geschichte," sagte die Gräfinleicht crröthend, „und wie das Strumpfband einer Dame dasstolzeste Sinnbild von Englands Ritterschaft wurde."
„So ist es," sprach der Graf; „und diesen ehrenvollcnOrdenHatteich das Glück zu gleichcrZeit mit drei der edelsten Genossen,dem Herzog von Norfolk, dem Marquis von Northampton und