roth wurde, „sollte ich Tressilians Werthe keine Gerechtigkeitwiderfahren lassen vor dem Freunde meines Gemahls — vormeinem Gemahl selber — vor der ganzen Welt?"
„Und mit derselben Offenheit," sagte Varncy, „wird IhreHerrlichkeit meinem edlen Herrn, Eurem Gemahl erzählen, daßTressilian Euren so sorgfältig verborgenen Aufenthaltsort ent-deckt und eine Unterredung mit Euch gehabt hat?"
„Ohne Zweifel. Es wird das Erste sein, was ich ihm mit-Ihcilc, sowie auch jedes Wort, welches Tressilian gesagt undich geantwortet habe. Ich werde darin meine eigene Schandeauüsprechen, denn Tressilians Vorwürfe, weniger gerecht, alser meinte, waren nicht ganz unverdient — ich will daher mitSchmerz reden, aber ich will reden und ihm Alles mittheilen."
„Ihre Herrlichkeit wird thun, wie es Euch beliebt," ant-wortete Varncy; „aber mich dünkt, es wäre ebenso gut, danichts diese offene Erklärung fordert, Euch diesen Schmerz undMylord die Unruhe zu ersparen, sowie auch Herrn Tressiliandie Gefahr, in die er höchst wahrscheinlich gerathen wird."
„Ich kann keine dieser schrecklichen Folgen entdecken,"sagte die Dame mit Festigkeit, „wenn man nicht meinem edlenLord unwürdige Gedanke» zuschreibt, welche sein edles Herzgewiß niemals gehegt hat."
„Weit entfernt sei das von mir," sagte Varncy, und dannsetzte er nach augenblicklichem Schweigen mit wahrer oder an-genommener Frcimiithigkeit hinzu, die von seiner gewohntenglatten Höflichkeit sehr verschieden war: „Hört, Madame, ichwill Euch zeigen, daß ein Hofmann ebenso gut wie ein Andererdie Wahrheit zu sagen wagen kann, wenn es sich um dasWohl Derjenigen handelt, die er ehrt und achtet — ja wennes ihm auch selber Gefahr bringen sollte." — Er hielt innc,als erwarte er den Befehl, oder wenigstens die Erlanbniß, fort-