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kleidet und mit so vielen reichen Pfändern der Neigung ihresGemahls geschmückt vor ihm stand. Die linkische Verbeugung,bei der er nicht das Herz hatte, die Gräfin anzublicken, wardas stumme Bekenntniß dieser Empfindungen — fie glich derVerbeugung, die der Verbrecher vor seinem Richter macht,wenn er sein Verbrechen gesteht und um Gnade fleht — undzugleich unverschämt und verlegen fich zu vertheidigen oder zuentschuldigen und seinen Richter zur Milde zu bewegen sucht.
Varney, der vermöge seiner Geburt vor Anton Fester in'sZimmer getreten war, wußte seine Rede besser zu stellen alsJener, und sprach mit besserem Anstand und größerem Selbst-vertrauen. Die Gräfin begrüßte ihn mit anscheinender Herz-lichkeit, die eine völlige Vergessenheit alles dessen anzudentenschien, worüber sie sich rücksichtlich seiner zu beklagen hatte.Sie erhob sich von ihrem Sitze, trat ihm zwei Schritte ent-gegen und reichte ihm die Hand mit den Worten:
„Herr Richard Varney, Ihr brachtet mir diesen Morgenso angenehme Kunde, daß ich fürchte, Ueberraschung und Freudeließen mich den Auftrag meines Herrn und Gemahls vergessen.Euch mit Auszeichnung anfzunehmen. Wir bieten Euch un-sere Hand zur Versöhnung."
„Ich bin nicht würdig, sie anders zu berühren," sprachVarney, indem er sich auf ein Knie niederließ, „als wie eseinem Unterthanen gegen seinen Fürsten gebührt "
Knieend berührte er mit den Lippen ihre niedlichen, mitRingen und Juwelen reich geschmückten-Finger, erhob sich dannmit gefälliger Galanterie und schickte sich an, sie zu dem Prunk-scssel zu führen, als sie sagte: „Nein, guter Herr RichardVarney, ich nehme meinen Platz nicht eher ein, als bis My-lord mich selbst dahin führt. Ich bin für jetzt noch nicht alsGräfin anerkannt, und will diesen Ehrenplatz erst dann ein-