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Kräuseleisens so schnell verschwinden, wie die Eisblumen amFenster, wenn die Sonne scheint."
»Du hast Recht, Jeannette," sagte die junge, reizende Gräfin,schnell den Flug ihres Entzückens hemmend, und sich in einemSpiegel, so groß, wie sie noch keinen gesehen, der in der Thatselbst in der Königin Palast keinen seines Gleichen hatte,vom Kopf bis auf die Füße betrachtend- „Du hast Recht,Jeannette," antwortete sle, als sie mit verzeihlichem Wohlge-fallen aus dem prächtigen Spiegel Reize znrückstrahlen sah,wie sie selten seiner schön polirten Oberfläche sich darbietenmochten, „wahrlich, ich gleiche mehr einem Milchmädchen, alseiner Gräfin, mit diesem glühenden Roth auf den Wangen,und all' diesen braunen Locken, die Du so kunstvoll geordnet,und die nun wie unbeschnittene Weinranken wild um denKopf her hängen — mein Kragen, meine Halskrause sind zer-knittert und in Unordnung, und Hals und Busen mehr ent-blößt, als Sittsamkeit und Anstand es gestatten. Komm,Jeannette, wir wollen uns an die Toilette machen. GutesMädchen, Du sollst diese rebellischen Locken in Ordnung bringen,und den Busen, der so hoch schlägt, unter Haft von Kammer-tnch und Spitzen legen-"
Sie gingen hierauf in das Ankleidezimmer, wo die Gräfinsich muthwillig ans eins der maurischen Kissen hinwarf, halbsitzend, halb liegend, halb in eigene Gedanken versunken, halbauf das Geplauder ihrer Dienerin horchend.
So hingegossen, mit einer Mischung von Sorglosigkeitund Erwartung in ihren feinen, ausdrucksvollen Zügen, botsie einen Anblick dar, desgleichen man an Lieblichkeit und sin-nigem Ausdruck auf Land und Meer vergebens gesucht hätte.Die Reihen von Brillanten, durch ihr braunes Haar geschlun-gen, kamen nicht dem Glanze ihrer schönen braunen Augen