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8 (1851) Kenilworth
Entstehung
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Wir dürfen nicht unterlassen, zum Ruhm der Sitte jener Zeitzu erwähnen, daß in einer kleinen, von einer Kerze erleuch-teten Blende zwei sammetne, mit Gold besetzte Kniepolstervor einem Betpult von ausgescbnitztcm Ebenholze lagen. DieseBlende war früher der Privatbetstuhl des Abts gewesen; jetztaber hatte man das Crncifix wcggenommen und statt seinerzwei reich mit Silber beschlagene Gebetbücher in prachtvollemEinband auf das Pult hingelcgt. Mit diesem einladendenSchlafgemach, wohin kein Geräusch drang, als der durch dieEichen des Parks hinsäuselnde Wind, so daß Morpheus selbercs sich zur Ruhestätte würde gewünscht haben, standen zweiprächtig verzierte Ankleidezimmer in Verbindung. Es ist nochzu bemerken, daß ein Theil des anstoßenden Flügels für dieKüche und das Zubehör, sowie zum Aufenthalte der Begleitungdes großen reichen Lords diente, zu dessen Gebrauch dieseprachtvollen Einrichtungen getroffen waren-

Die Gottheit, für welche man diesen Tempel geschmückthatte, war des Aufwandes von Kosten und Mühe wohl wür-dig. Sie saß in dem Nebenzimmer, das wir so eben beschrie-ben, mit dem wohlgefälligen Blicke natürlicher und unschuldigerEitelkeit den Glanz betrachtend, der sich so plötzlich um sleher verbreitete; denn da ihr Aufenthalt zu Cumnor Place dieVeranlassung zu dem Geheimnisse war, welches man in allenVorbereitungen znr Einrichtung dieser Zimmer beobachtete, sohatte man zugleich Vorkehrungen getroffen, daß sie nichts vonden Anstalten erfahren konnte, die man in diesem Theile desalten Gebäudes machte, und dafür gesorgt, daß sie den mitdieser Einrichtung beauftragten Werkleuten nicht zu Gesichtekam. Erst an diesem Abend betrat sie einen Theil des Schlosses,den sie noch nie gesehen hatte, und der von dem übrigen soganz verschieden war, daß er im Vergleich damit wie ein