Druckschrift 
8 (1851) Kenilworth
Entstehung
Seite
84
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Kiffen nach maurischer Art geformt und mit Arabesken verziert,vertraten die Stelle der Sessel in diesem Zimmer, welches mu-sikalische Instrumente, Stickwaaren und andere zur weiblichenUnterhaltung dienende Gegenstände enthielt. Außer kleinerenLichtern war dieses Nebenzimmer noch durch viele große Wachs-kerzen erhellt, von denen jede sich in der Hand einer Bild-säule befand, die einen bewaffneten Mauren darstellte, der inseiner Linken zwischen der Brust und dem Lichte einen hell-polirten Schild von Silber hielt, ans dem das Licht wie auseinem Kristallspicgcl in tausendfachem Glanze zuriickstrahltc.

Das Schlafgemach, welches zu dieser Zimmcrrcihe gehörte,war in weniger prachtvollem, aber darum nicht minder reichemGeschmack verziert als die andern. Zwei silberne Lampen, mitköstlich duftendem Oelc gefüllt, verbreiteten zugleich einen herr-lichen Wohlgcruch und ein zitterndes Dämmerlicht durch dasstille Gemach, dessen Fußboden so dicht mit Teppichen belegtwar, daß der schwerste Tritt nicht hätte gehört werde» können.Das mit schwellende» Eiderdaunen gefüllte Bett mar miteiner seidenen, mit Gold durchwirkten Decke belegt, unterwelcher die feinsten Uebcrzüge und Unterdecken von spanischerLämmerwolle hervorhingcn, so weiß wie die Lämmer selbst,die sic einst trugen. Die Vorhänge waren von blauem Sammetmit carmoisinrother Seide und goldenen Franzen besetzt, undmit einer Stickerei, Amors und Psyche's Liebe vorstellend,ausgeschmückt. Auf dem Putztische stand ein schöner venetiani-scher Spiegel, in einem Rahmen von silberner Filigranarbeit,und daneben eine goldene Schale, um den Nachttrunk darauszu nehmen. Ein paar Pistolen und ein Dolch, mit Gold aus-gelegt, hingen zu den Hänptcn des Bettes als Waffen derNacht, die man damals jedem verehrten Gaste, wie zu ver-machen steht, mehr aus Ceremvnie als ans Furcht darbot.