„Sie glaubt, daß Ihr ein Ruder auf jeder Seite des Bootshabt, Herr Varncy," versetzte Fester, „und daß Ihr es fort-treibcn könnt oder nicht, wie es Euch gefällt. Mit einemWort, sie schreibt die Verborgenheit, worin sie gehalten wird,den geheime» Rathschlägcn, die Ihr Mylord crthcilt, und mei-ner strengen Befolgung meines Auftrages zu — und so liebtsie uns Beide, wie ein Vcrurthcilter seinen Richter und sei-nen Kerkermeister liebt."
„Sie muß besser von uns denken, ehe sic diesen Ort verläßt,Anton," antwortete Varncy. „Wenn ich ans wichtigen Grün-den angerathen habe, daß sie eine Zeitlang hier bleibe, so kannich auch anrathcn, daß sie in dem vollen Glanz ihrer Wurde an'sLicht gezogen werde; doch da ich Mylords Person so nahebin, müßte ich ja toll sein, wenn ich es thäte, so lange sic meineFeindin ist. Stelle ihr dies bei Gelegenheit vor, Anton, undüberlaß es mir, Dich in ihrer Gegenwart zu rühmen und Dichin ihrer guten Meinung zu erheben. Eine Hand wäscht dieandere — ist ein in der ganzen Welt gültiges Sprichwort. —Die Dame muß ihre Freunde kennen und zu dem Bewußtseingebracht werden, welche Macht wir haben, wenn wir ihre Feindesind. Inzwischen bewache sie genau, aber mit so vielem anschei-nenden Nespect, als Deine rauhe Natur nur immer gestattet-Dein mürrischer Blick und Deine Bullcnbeißerlaunc ist eine herr-liche Gabe. Du solltest Gott dafür danken und Mylord eben-falls; denn wenn irgend etwas Rankes oder Hartes gesche-hen muß, thust Du es, als ob cs vermöge Deiner mürrischenNatur geschähe, und nicht auf Befehl, und so entgeht Mylorddem Tadel- — Aber horch — es klopft Jemand an die Pforte.Sieh zum Fenster hinaus — laß Niemand herein — cs wäreschlimm, wenn wir diesen Abend gestört würden."
„ES ist der, von dem wir vor Mittag sprachen," sagte