79
Fester, als er aus dem Fenster gesehen hatte, „es ist MichaelLambourne."
„Laßt ihn auf alle Fälle ein," sagte der Hofmann, „erbringt uns Nachricht von seinem Gaste. Es ist wichtig füruns zu missen, was Edmund Tressilian vornimmt. Laß ihnherein, sage ich, aber bringe ihn nicht hierher — ich werdesogleich zu Euch in die Bibliothek des Abtes kommen."
Foster verließ das Zimmer und der Hofmann, welcher zu-rückblieb, ging mehrmals in tiefen Gedanken und mit unter-geschlagenen Armen in dem Sprachzimmer auf und ab, biser endlich seine Gedanken in gebrochenen Worten aussprach,die wir etwas weiter ansgeführt und in genauere Verbin-dung gesetzt haben, damit sein Selbstgespräch dem Leser ver-ständlich werde.
„Es ist wahr," sagte er, indem er Plötzlich stillstand undseine rechte Hand auf den Tisch stützte, an dem er gesessen hatte,„dieser Kerl hat die ganze Tiefe meiner Furcht ergründet, undich war nicht im Stande sie vor ihm zu verbergen. Sie liebtmich nicht — ich wollte, es wäre ebenso wahr, daß ich sie nichtliebe. — Wie unsinnig war ich, sie für mich selber gewinnenzu wollen, da die Klugheit mir rieth, ein treuer Werber fürmeinen Herrn zu sein! — Und diese unglückliche Verirrung hatmich mehr von ihr abhängig gemacht, als ein weiser Mann esvon dem besten Stück farbigen Fleisches einer Tochter Eva'szu sein wünschen kann. Seit der Stunde, wo meine Klugheiteinen so gefährlichen Fehltritt gethan, kann ich sie nicht ohneeine seltsame Mischung von Furcht, Haß und Zärtlichkeit an-sehcn, so daß ich nicht weiß, ob ich sie lieber besitzen oder zuGrunde richten möchte, wenn es in meiner Macht stände. Dochsie darf diesen Ort nicht verlassen, bis ich weiß, wie wir miteinander stehen- Mylords Interesse — und so weit auch das