benutzte dabei eine Gelegenheit, Dinmont zuzusiüstcrn; „esist etwas Unerklärliches in all' diesen Dingen — aber wirmuffen diese Waffe nicht brauchen, außer wenn cs die Noth-wendigkeit und ein rechtmäßiger Fall erfordert — handeltganz nach meinem Beispiele."
Dinmont antwortete mit einem schlauen Winke, und sofuhren sie fort über Bach und Steg, über Stock und Stein,den Fußtapfen ihrer Führerin zu folgen. Sie geleitete sie nachdem Warrochwalde, auf demselben Wege, den der verstorbeneEllangowan nach Derncleugh hin geritten war, als er seinKind an jenem unseligen Abende suchte, wo Kennedy ermor-det ward.
Als Meg Merrilies diesen Wald erreicht hatte, durch wel-chen der winterliche Seewind jetzt rauh und rauschend pfiff,schien sie einen Augenblick deßwegen inne zu halten, um sichauf den Weg zu besinnen. „Wir können den nächsten Weggehn," sagte sie und fuhr fort vorwärts zu schreiten, abermehr im Zickzack und nicht mehr in so steter, direkter Richtung,wie früher. Endlich brachte sie sie aus dem Labyrinthe desWaldes nach einem kleinen offenen Platze, etwa den viertenTheil eines Morgen umfassend; er war von Bäumen undBüschen eingeschlossen, die seine wilde und unregelmäßige Be-gränzung bildeten. Selbst im Winter war dies ein geschützterund traulich abgeschiedener Ort; aber wenn er im FrühlingS-grün prangte, wo die Erde all' ihre wilden Blumen hervor-bringt, wo die Zweige ihre blüthenschwercn Aeste breiten unddie Hängcbirken, die hoch über das Unterholz ragten, ihrelangen und belaubten Zweige hcrniederwehen lassen, um dieSonnenstrahlen abzuhalten, dann mußte es gewiß ein paffen-der Ort für einen jungen Dichter sein, um sein erstes Sonettzu schaffen, oder für ein Paar Liebende, um einander die ersten