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„Wirklich, ein höchst mystischer Brief, und was das Poetischedabei betrifft, das ist in der That der cumäischen Sibyllewürdig- — Und was haben Sie gethan?"
„Nun," sagte Mannering mit einigem Widerstreben, „ichmußte ja wohl die Gelegenheit ergreifen, um Licht auf dieseSache zu werfen. Das Weib ist vielleicht verrückt und dieseReden rühren vielleicht blos von Visionen ihrer Einbildungs-kraft her; — aber Sie waren der Meinung, daß sie mehrvon der seltsamen Geschichte wisse, als sie je sagte."
„Und also," sagte Pleydell, „sandten Sie einen Wagennach dem genannten Orte?"
„Sie werden mich auSlachen, wenn ich gestehe, daß ich'sthat," sagte der Oberst.
„Wer, ich?" erwiederte der Advokat. „Nein, in der That,ich glaube, es war das Klügste, was Sie thun konnten."
„Ja," antwortete Mannering, froh, dem gefürchteten AuS-lachen entgangen zu sein; „Sie wissen, das Schlimmste da-bei kann nur der Fahrlohn sein — ich schickte eine Postchaisemit Vieren von Kippletringan ab, sammt solchen Anweisun-gen, wie sie der Brief verlangt — die Pferde werden langein der Kälte stehen müssen heute Nacht, wofern unsere Nach-richt grundlos war."
„Ja, aber ich glaube, sie wird sich anders erweisen," sagteder Rechtsgelehrte. „Dies Weib har ihre Rolle so lange ge-spielt, bis sie dieselbe für ächt hielt; oder, wenn sie eine aus-gelernte Betrügerin ist, ohne die geringste Selbsttäuschung beiihrer Schelmerei, so hält sie sich vielleicht immer für verpflich-tet, im Geiste ihrer Rolle zu handeln — so viel weiß ich, ichvermochte mit Hilfe der gewöhnlichen Ausforschungsmittelnichts aus ihr herauszubringen; und das Klügste, was wirthun können, ist, ihr eine Gelegenheit zu geben, die Entdeckung