ist, die wir in Newcastle sahen; derSheriff hat nach allen Richtun-gen Leute nach ihr ausgeschickt und einen Lohn versprochen, wennsie gebracht wird, fünfzig Pfund, glaub' ich; aber wenn man auch,wie ich hörte, Verhaftsbefehle nach ihr durch's ganze Land ausge-schickt hat, so wird man sie trotz all'dem doch nicht fangen, so langesie selber keine Lust hat "
„Und wie kommt das?" sagte Bertram.
„O, das weiß ich nicht; — 's ist wahrscheinlich nur dummesZeug, aber man sagt, sie habe den Farnsamen") gesammelt,und könne beliebig durch jede Thür gehen, wie Jock der Rie-sentödter in dem alten Liede, mit seinem Rocke der Finsternißund seinen Schuhen der Schnelle. Sie ist unter den Zigeunerneine Art Königin; sie ist über hundert Jahr alt, wie die Leutesagen, und erinnert sich noch recht gut der unruhigen Zeiten,wo die Stuarts verjagt wurden. Wenn sie sich selber nichtverstecken kann, so kennt sie doch diejenigen, die sie gut genugverstecken können, das könnt Ihr glauben. Ja, hätt' ich ge-wußt, es sei Meg Merrilies, die wir jene Nacht in der Schenketrafen, ich hätte ihr doch etwas zukommen lassen."
Mit großer Aufmerksamkeit lauschte Bertram diesem Be-richte, der in einigen Punkten so sehr mit dem übercinstimmte,was er selber von der Zigeunersibylle gesehen hatte. Nach eini-ger Uebcrlegung kam er zu der Meinung, es könne kein Treu-bruch sein, wenn er von dem, was er zu Derncleugh sah, gegeneine Person etwas erwähnte, welche, wie Dinmont, so große Ehr-furcht vor Meg an den Tag legte. Er erzählte daher seine Geschichte,wobei er oft durch Ausrufungen unterbrochen ward, wie: „ja, daseht Jhr's ja!" oder, „nun, zum Henker, da habt Jhr's!"
Als unser LiddeSdaler Freund das Ganze bis zu Ende ge-
welcher der Sage nach »»sichtbar macht.