Druckschrift 
7 (1851) Guy Mannering
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

10

»Ich glaube," sagte der Steuermann,Ihr werdet hier ganzbequem landen können. Es ist ein Ort, wo sie vor langer Zeitihre Fahrzeuge anzulegen pflegten; aber das geschieht jetztnicht mehr, denn auf den schmalen Stufen oder über die Klip-pen lassen sich die Güter nicht gut transportircn. Aber inmancher Mondnacht Hab' ich dennoch auch Güter dort ge-landet."

Während er so sprach, steuerte das Boot um eine Fels-spitze und lenkte nach einem kleinen Hafen, zum Theil vonder Natur gebildet, zum Theil durch die unermüdliche An-strengung der ehemaligen Schloßbewohner, die, wie der Fischerbemerkte, dies für sehr nöihig zum Schutz ihrer Boote gehal-ten hätten, obwohl der Ort keine bedeutenden Fahrzeuge auf-nehmcn konnte. Die beiden Felsenspitzen, welche den Eingangbilden, traten einander so nahe, daß nur ein Boot auf ein-mal einlaufen konnte. An jeder Seite befanden sich noch zweiungeheure eiserne Ringe, welche fest in den soliden Felsen ge-kittet waren. Durch diese ward, der Sage nach, bei Nachteine gewaltige Kette gezogen, durch ein ungeheures Schloßgesichert, um den Hafen und die darin liegenden Fahrzeugezu schützen. Aus einem vorspringenden Felsen war, mit Hilfedes Meisels und der Spitzhacke, eine Art Quay gebildet wor-den. Der Fels war von außerordentlicher Härte und dasWerk so schwierig, daß, nach der Versicherung des Fischers,ein dabei beschäftigter Arbeiter Abends in seiner Mütze alldie Steinchen hätte nach Hause tragen können, die er im Laufedes Tages von der Masse losgearbeitet hatte. Dieser kleineStrandweg stand in Verbindung mit einer roh gearbeitetenTreppe, welche vom alten Schlosse herabsührte- Zwischen demStrandweg und der Bucht war auch ein Verbindungswegvorhanden, welcher ziemlich unbequem über die Klippen ging.