186
Gesicht über die Schulter sieht, ist weiter nichts zu sagen vonNöthen. In seiner Nahe steht ein ältlicher, dünner Mann ineinem ganz regelrechten und zierlichen Traueranzuge; dieserHerr ist Mac-Casquil, der, als sehr entfernter Verwandterseine Erbschaftsansprüche blos darauf gründet, daß er mit derVerstorbenen jeden Sonntag in einem Kirchenstuhl gesessen undregelmäßig an jedem Sonnabend in den Abendstunden „Crib-bage" mit ihr gespielt hat, aber stets mit großer Sorgfaltdarauf achtend, daß er nie gewinnen möchte. Der andere,ziemlich rauh aussehende Mann, der sein graues Haar in ei-nem ledernen Haarbeutel trägt, ist ein Tabackshändler, einVerwandter von mütterlicher Seite, der bei dem Ausbruchedes Krieges seine Waarenpreise für alle Kunden erhöhte, aus-genommen für Margarete Bertram, deren schildpattene Dosewöchentlich mit dem besten Rappee zu dem alten Preise ge-füllt wurde, weil des Fräuleins Dienstmädchen sie jedesmalmit einer Empfehlung von Mrs. Bertram an ihren VetterMr. Quid überbrachte. — Jener junge Mensch, der nicht ein-mal so höflich gewesen ist, seine großen Stieseln und Leder-hosen wegzulafsen, würde vielleicht höher als jedere Anderein der Gunst der verstorbenen Dame gestanden haben, die gernauf hübsche junge Männer zu sehen pflegte, wenn er nicht,wie man glaubte, sein Glück dadurch verscherzt hätte, daß erzuweilen ihre feierlichen Einladungen zum Thee vernächlässigte,oder auch wohl zuweilen dahin kam, nachdem er in schlechterGesellschaft geweilt hatte, überdies zweimal ihrer Katze aufden Schwanz trat, und einmal ihren Papagei beleidigte.
Für Manncring war die interessanteste Person unter derganzen Schaar das junge arme Mädchen, welches eine Art vondemüthiger Gesellschafterin der Verstorbenen gewesen war, alsein Gegenstand, an welchem jene zu jeder Zeit ihre schlechte