Druckschrift 
7 (1851) Guy Mannering
Entstehung
Seite
100
Einzelbild herunterladen
 

100

,Reitknecht blieb ungefähr drei Schritte zurück. Jetzt bog sichder Pfad; da stand plötzlich, als wäre er aus dem Boden ge-stiegen, Brown vor uns. Er war sehr einfach, ja grob geklei-det, und es war in seinem ganzen Wesen etwas Wildes undUnruhiges. Ich schrie laut, halb überrascht, halb erschrocken.Hazlewood mißdeutete die Regung, die ich verrieth, und daBrown sich mir näherte, als ob er mit mir hätte sprechenwollen, rief ihm jener herrisch zu, er solle zurücktreten undmich nicht beunruhigen. Brown antwortete eben so stolz, erhabe nicht nöthig, von ihm Belehrung zu empfangen, wie ersich gegen Frauen zu betragen habe. Ich glaubte wirklich,daß Hazlewood, der den vorgefaßten Gedanken hatte, der Un-bekannte gehöre zu den Schmugglern und hege böse Absichten,ihn nicht ganz verstand. Er nahm dem Reitknechte, der indiesem Augenblicke an unsrer Seite war, ungestüm das Ge-wehr ab, und auf Brown anlegend, befahl er diesem noch-mals, sich zu entfernen. Ich stieß einen Schrei des Entsetzensaus, der das unselige Ereigniß nur beschleunigte. Als Brownsich so bedroht sah, sprang er auf Hazlewood zu, rang mitihm und hätte ihm beinah' das Gewehr entwunden, da gingder Schuß im Kampfe los und fuhr in Hazlewoods Schulter.Der Verwundete sank auf der Stelle nieder. Ich sah nichtsmehr und schwankte ohnmächtig zurück. Wie Lucy mir nach-her erzählt hat, blickte der unglückliche Thäter einen Augen-blick auf das entsetzliche Schauspiel, bis ihr Angstgeschrei dieLeute auf dem See in Bewegung brachte, von denen einigeherbeieilten. Brown sprang über eine Hecke, welche den Fuß-pfad von dem Gehölze trennte, und seitdem hat man nichtsmehr von ihm gehört. Der Reitknecht versuchte nicht, denThäter aufzuhalten oder ihn zu ergreifen, und was er denLeuten erzählte, die zu uns kamen, bewog diese eher, mich