Druckschrift 
7 (1851) Guy Mannering
Entstehung
Seite
208
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Geduld des Dominie war so gestört, daß er zweimal zumFenster ging, welches nach dem Thorweg sah, und zweimalauSrief:Warum zögern die Räder ihres Wagens?" Lucy,die sich unter Allen am ruhigsten verhielt, hatte ihre besonder»melancholischen Gedanken. Sie sollte sich nun der Fürsorge,ja, fast der Gnade von Fremden überlassen, mit deren Charak-ter, wie liebenswürdig er sich bisher auch gezeigt hatte, siedoch nur unvollkommen bekannt war. So gingen die Augen-blicke des Verzugs immer ängstlicher und banger an ihr vor-über.

Endlich hörte man Pferdegetrappel" und Wagenrasseln.Die Diener, die bereits angelangt waren, eilten nach demVorsaal, um ihre Herrschaft zu empfangen, und zwar miteiner Wichtigkeit und einem Diensteifer, welcher für Lucy,die an die Gesellschaft und die Sitten der Großen nicht ge-wöhnt war, etwas Beunruhigendes hatte. Mac-Morlan gingzur Thür, um die Herrschaft des Hauses zu begrüßen undnach wenigen Augenblicken befand sich dieselbe im Gesellschafts-zimmer.

Mannering, der wie gewöhnlich zu Pferde gereist war,trat, seine Tochter am Arm führend, herein. Sie war vonMittelgröße, oder eher darunter, aber sehr zierlich gebaut; siehatte stechende dunkele Augen und reiches schwarzes Haar,welches gut zu der Lebendigkeit und Klugheit ihrer Züge paßte,worin etwas Stolz, etwas Schüchternheit, viel Schlauheitund humoristischer Spott lag.Ich werde sie nicht lieben,"dachte Lucy Bertram nach dem ersten Blicke;und dennochglaub' ich, ich werd' es," dachte sie nach dem zweiten.

Miß Mannering war bis zum Kinn wegen der Strenge derJahrszeit cingehüllt; der Oberst trug seinen Militärrock. Er ver-beugte sich vor Mrs. Mac-Morlan, was auch seine Tochter