178
mit diesen Umständen bekannt zu machen; sie hätte es sich imGegentheil vorgenommen, ihre eigne Beredsamkeit an MißMannering zu üben; und dieses Talent, wie mächtig es auchmir, seinem rechtmäßigen Gegenstand, gegenüber sein mag,möchte doch, wie ich fürchte, im angeführten Falle mehr Uebelals Gutes angestiftet haben. Vielleicht wirst auch du es amklügsten finden, jeden Vorwurf zu sparen und dich zu stellen,als wüßtest du nichts von dem Geschichtchcn. Julie gleichtsehr einem gewissen Freunde von mir; sie hat eine beweglicheund lebhafte Einbildungskraft und ein reizbares Gefühl, wo-durch sie leicht sowohl das Gute als Schlimme, was ihr imLeben begegnet, übertreibt. Sie ist indeß ein reizendes Mäd-chen, und eben so edel und hochsinnig, als sie liebenswürdigist- Ich gab ihr den Kuß, den du schicktest, mit ganzem Her-zen, und zum Danke schlug sic mich derb auf die Finger.Kehre ja so bald als möglich zurück. Unterdessen verlasse dichauf die Sorgfalt deines treuen
Arthur Mervyn"
„N. S- Du wirst natürlich gern wissen wollen, ob ich ir-gend eine Ahnung habe, wer der nächtliche Musikant sein könne.Ich habe wirklich keine. Es lebt kein junger Herr in dieserGegend, welcher an Rang und Vermögen der Miß Julie gleichkäme, um eine solche Rolle spielen zu können. An der andernSeite deö See's, fast Mervpnhall gegenübergelegen, ist eineverwünschte Kuchen- und Kaffecschenke, ein Versammlungsortvon lustwandelnden Herrn aller Art: Dichter, Schauspieler,Maler, Musiker, die dahin kommen um zu schwärmen, zu dckla-miren, und zu rasen, unsrer malerischen Gegend wegen.Diese büßt stark für ihre Schönheiten, weil sie das Mittelsind, diesen Narrenschwarm herbeizuziehen. Wäre jedoch Ju-lie meine Tochter, so würde ich von dergleichen Kerls am