Druckschrift 
7 (1851) Guy Mannering
Entstehung
Seite
90
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so

Kreide bezeichnet, als förmliches Warnungszeichen, daß man sichzum nächsten Termin zu entfernen habe. Dennoch zeigte sichnoch immer nichts von Unterwürsigkeit und Nachgiebigkeit. End-lich kam der Termin, der unselige Martinstag, heran, und mantraf wirklich Anstalten, die Leute gewaltsam hinauszuwersen.Eine bedeutende Schaar von Gerichtsdicnern, zahlreich genug,um jeden Widerstand vergebens zu machen, forderte die Bewoh-ner auf, am Nachmittag aufzubrechen; und da man nicht ge-horchte, so begannen die Gerichtsdiener, ihrer Vollmacht gemäß,die Dächer abzudeckcn und die elenden Thüren und Fensterloszureißen, ein summarisches und sehr wirksames Verfah-ren bei der HerauSwerfung, welches noch in einigen entlegenenTheilen Schottlands geübt wird, wenn sich ein Pächter wider-spenstig bezeigt. Eine Zeitlang betrachteten die Zigeuner dasZerstörungswcrk in finsterem Schweigen und Unthätigkeit, dannbegannen sie ihre Esel zu satteln und zu beladen und machtenAnstalt von binnen zu gehen- Damit war man bald fertig,da alle die Sitten warndernder Tartarcn hatten; und so be-gannen sie ihre Reise, um sich einen neuen Wohnsitz zu suchen,wo der Gutsherr noch mildere Gesinnungen hegte-

Eine Beklommenheit des Gefühls hatte Ellangowan ab-gehalten, in Person zuzusehen, wie seine Unterthanen vertrie-ben wurden. Er überließ den praktischen Theil dieser Ange-legenheit den Gerichtsdienern, die unter der unmittelbarenLeitung Frank Kennedp's, eines Oberaufsehers der reitendenZollbeamten, standen, der erst neulich bekannt auf dem Schlossegeworden war und von dem wir im nächsten Kapitel mehr sa-gen werden. Mr. Bertram selbst benutzte diesen Tag, um beieinem entfernten Freunde einen Besuch zu machen. Dennochfügte es sich bei all seiner Vorsicht, daß er seinen ehemaligen Un-terthanen, als sic von seinem Gebiete wegzogen, begegnen mußte.