verschiedener wohlcingerichteter und cingcwohnter Gauner undDiebe, welche ein halbes Jahrhundert hindurch seine Nachbarngewesen waren. Er brachte seine Wunder wie ein -weiterHerzog Humphrey zu Stande, und mit Hilse des vermögen-den Büttelstockes lehrte er Lahme gehen, Blinde sehen undvom Schlage Getroffene arbeiten. Er entdeckte Wilddiebe,Krebssammler, Obststehler und Taubenschützen; und dafürward ihm zum Lohne der Beifall seiner Collegen und derRuhm einer thätigen Magistratsperson.
All diesem Guten war aber auch die gehörige Portion vonBösem beigemischt. Auch eine alte Unbill, die zur Gewohn-heit eingewurzelt ist, sollte man nicht ohne einige Vorsicht be-seitigen. Der Eifer unsers würdigen Freundes brachte nunviele Personen in große Bedrängniß, deren Neigung zu Müs-siggang und Bettelei seine eigene Trägheit so lange genährthatte, bis jene Neigungen zur zweiten Natur geworden wa-ren, oder bis die wirkliche Unfähigkeit dieser Leute zur Arbeitsie (nach ihrer eigenen Redeweise) der Milde aller wohlden-kenden Christen würdig gemacht hatte- Der von Alters herbekannte Bettler, der seit mehr als zwanzig Jahren seine re-gelmäßige Runde in der Nachbarschaft gemacht hatte, wo manihn eher als den armen Freund, denn als einen Gegenstandder Wohlthätigkeit betrachtete, ward in ein benachbartes Ar-beitshaus gesandt. Das gebrechliche Weib, welches auf einerTragbahre rings durch das Kirchspiel reiste, wo es von Hauszu Haus circulirte gleich einem falschen Schilling, den jedergern so schnell als möglich seinem Nachbar überläßt; sie, dieso laut, oder noch lauter nach ihren Trägern zu rufen pflegte,als ein Reisender nach den Postpferden, auch sie theilte das-selbe unselige Loos. Der taube Hans, der, halb Schelm halbDummkopf, den größten Theil des Jahrhunderts hindurch für