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7 (1851) Guy Mannering
Entstehung
Seite
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der Zigeunerin, die er am vorigen Abend zuerst gesehen hatie.Er entdeckte bald eine Oeffnung, durch die er sie genauer be-obachten konnte, ohne selbst gesehen zu werden; er konnte sichdes Gedankens nicht erwehren, daß ihre Gestalt, ihre Beschäf-tigung und ihre Stellung zusammen genau den Eindruck ei-ner Sibylle der Vorzeit hervorbrachten.

Sie saß auf einem zerbrochenen Eckstein im Winkel einesgepflasterten Gemachs, wovon sie einen Theil rein gefegt hatte,um sich für die Kreise ihrer Spindel eine ebene Bahn zu ver-schaffen. Ein starker Sonnenstrahl fiel durch ein hohes, engesFenster auf ihre phantastische Kleidung und Gesichtszüge, undgab zugleich für ihre Beschäftigung das nöthige Licht, währendder übrige Theil des Aufenthaltsortes völlig finster blieb. Ge-kleidet in einen Rock, worin sich die Nationaltracht des schot-tischen Volks mit einem Auflug morgenländischer Kleidung ge-mischt zu haben schien, spann sie einen Faden, den sie aus Wollevon dreierlei Farben, schwarz, weiß und grau, zwischen den Fin-gern hervorzog, mit Hilfe jenes alterthümlichen Hausfrauen-geräthes, welches jetzt fast ganz vom Lande verbannt ist, nämlichdes Rockens und der Spindel. Während sie spann, sang sie et-was, was beinah wie ein Zauberspruch klang. Nachdem Manne-ring umsonst versucht hatte, sich der Worte ihres Liedes genau zubemächtigen, versuchte er später folgende Umschreibung dessen,was ihm, nach wenigen unverständlichen Phrasen, der allgemeineInhalt zu sein schien:

Drehe, winde! so, von je,

Mischten sich avch Freud' und Weh,

Furcht und Hoffen, Nuh und Streben,

AIS Gespinnft iui Menschenleben.

Während dos Geweb sich spinnt,

Und des Kindes Sein beginnt,