49
auch begierig, noch tiefer in die Labyrinthe der waldigenScencrie einzudringen. Droben rollten die Planeten, jederdurch seinen cigenthümlichen klaren Lichtkreis von den unter-geordneten oder fernern Sternen unterschieden. So seltsamvermag ein Phantasiegebild selbst diejenigen zu täuschen, derenWillkür es erst hervorrief, daß Mannering, während er aufjene glänzenden Lichtkörper schaute, fast geneigt war, an denEinfluß zu glauben, den ihnen der Aberglaube über menschlicheSchicksale einräumte. Aber Mannering war ein jugendlichLiebender und stand vielleicht unter dem Einflüsse von Em-pfindungen, welche ein neuerer Dichter so herrlich ausspricht:
Die heitre Welt der Wunder ist'S allein,
Die dem entzückten Herzen Antwort gibt,
Die ihre cw'gen Räume mir eröffnet,
Mir tausend Zweige reich entgegenstrcckt,
Worauf der trunkne Geist sich selig wiegt.
Die Fabel ist der Liebe Heimatwelt:
Gern wohnt sie unter Feen, Talismanen,
Glaubt gern an Götter, weil sie göttlich ist,
Die alten Fabelwesen sind nicht mehr,
Da« reizende Geschlecht ist ansgewandert;
Doch eine Sprache braucht das Herz, es bringtDer alte Trieb die alten Namen wieder,
Und an dem Sternenhimmel gehn sie seht,
Die sonst im Leben freundlich mitgewandell:
Dort winken sie dem Liebenden herab,
Und jede« Große bringt uns JupiterNoch diesen Tag, und Ben US jedes Schöne.
Solche Träumereien wichen bald andern. „Ach!" sagteer leise, „mein guter alter Vormund, der so tief in die Strei-tigkeit zwischen Heydon und Chambers über Astrologie einzu-gehen pflegte, er würde diese Scene mit andern Augen be-trachtet haben; er würde sich ernstlich bemüht haben, aus der
Guy Mannering. I. 4