Druckschrift 
7 (1851) Guy Mannering
Entstehung
Seite
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durchdringende Augen, selbst noch im hohen Alter vol-les, reiches Haar, welches ihr, unter einer Zigeunermütze vonStroh hervor, über die Schultern wallte dabei trug sie einenkurzen Rock von eigenthümlichem Schnitt, und einen Stab,der fast so lang wie sie selber war- Ich entsinne mich ihrersehr wohl; jede Woche besuchte sie eines Almosens wegenmeinen Bater, und ich, damals ein kleiner Knabe, betrachteteMadge mit einem nicht geringen Grade von Ehrfurcht undScheu. Wenn sie heftig sprach, (sie pflegte sich sehr laut zubeklagen,) so stampfte sie mit ihrem Stab aus den Boden undnahm selbst eine Stellung an, die man unmöglich mit Gleich-giltigkeit betrachten konnte. Sie pflegte zu sagen, daß sie ausden entferntesten Theilen der Insel Freunde, um ihre Belä-stigungen zu rächen, herbeibringen könne, während sie ruhigin ihrer Hütte fitzen bliebe; und häufig rühmte sie sich, es seieine Zeit gewesen, wo sie noch größern Einfluß besessen habe,denn bei ihrer Hochzeit hätten sich fünfzig gesattelte Esel be-funden und ungcsaltelte Esel ohne Zahl. Wenn Jean Gor-don das Vorbild des Charakters der Mcg Merrilies war,so glaube ich, daß Madge dem unbekannten Verfasser zurDarstellung ihrer Person gesessen haben muß." (Black-wood'S Magazin, Bd. I. S. 56 .)

In wie weit der talentvolle Correspondent Blackwood'sRecht hatte, in wie weit er in seiner Vermuthung irrte, dar-über vermag der Leser selbst zu urtheilen.

Wir gehen nun zu einem Charakter sehr verschiedener Art,zu Dominie Simson über; der Leser kann sich leicht denken,daß ein armer, bescheidner, demüthiger Gelehrter, der sich seineBahn durch klassische Studien gebrochen, aber auf der Reisedes Lebens unter den Wind gekommen ist, keine ungewöhnlicheErscheinung in einem Lande sein kann, wo eine gewisse Por-