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kurze Bekanntschaft mit der Welt in ihrem ehemaligen Haus-genossen hervorgcbracht hatte, und freuten sich, zu finden, das,aus dem verhätschelten, verdrossenen und anmaßenden Edelkna-ben ein bescheidener junger Mann geworden war, der im Be-wußtsein seiner Anwartschaft und seines Standes sich nicht mehrcinfallcn ließ, mit Heftigkeit und Muthwillcn die Achtung zuverlangen, welche man ihm von selber erwies. Der alte Hof-meister Wingate war der Erste, sein Loblied anzustimmcn undJungfer Lilias hallte es nach, immer mit der Hoffnung, Gottwolle ihn das wahre Evangelium lehren.
Zu dem wahren Evangelium hatte Rolands Herz schonlange insgeheim hingcneigt. Die Abreise des guten Abtes nachFrankreich zu dem Zwecke in ein dortiges Benedictincrkloster zugehen, entfernte den hauptsächlichsten Anstand, den er bei sei-ner beabsichtigten Abschwörung des katholischen Glaubens hatte.Ein anderer hätte in seiner Verpflichtung gegen MagdaleneGracme, als seine Großmutter und als seine Wohlthätcrin,liegen können. Allein er erfuhr bald nach seiner Rückkehr aufSchloß Avencl, daß sie an einer für ihr Alter zu schwerenBußübung, welche sie auf die Nachricht von der Niederlagebei Langsidc für Kirche und Königin von Schottland übernom-men hatte, zu Köln gestorben sei. Der Eifer des Abtes Am-brosius war weniger übertrieben. Er zog sich in ein Schot-tenklostcr in Nordfrankreich zurück und zeichnete sich durch sei-nen Wandel so sehr aus, daß die Brüderschaft geneigt war,die Ehre der Heiligsprechung für ihn in Anspruch zu nehmen.Er aber merkte ihr Vorhaben, und schärfte ihnen auf seinemTodbette ein, dem Leichnam eines eben so großen Sünders,wie sie selber, keine besondere Ehre zu erweisen. Nur das er-bat er sich, daß sie seinen Leichnam und sein Herz nach Kenna-quhair schicken und in der Begräbnißkapelle des Hauses Avenel