mit Artigkeit, „lernen wir die Macht schottischer Schönheit undden Werth schottischer Tapferkeit schätzen. Ich wollte, es ständein meiner Macht, diese Geleitsmänner der Krone schottischerSchönheit in England willkommen zu heißen. Aber die Befehleunserer Königin für diesen Fall sind gemessen, und ihr Unter-than darf nicht daran mäkeln. Dürft' ich Eure Majestät erin-nern, daß die Ebbe eintritt?"
Der Landrichter ergriff die Hand der Königin, und schonhatte sie den Fuß auf das Brct gesetzt, um das Boot zu be-steigen, als der Abt, sich aus seiner schmerzlichen Betäubungaufraffend, in das Wasser sprang und ihren Mantel faßte.
„Sie hat es vorausgcsehcn!" rief er; „sie hat Eure Fluchtin ihr Reich vorausgesehen, und in dieser Boraussicht hat sieBefehl gegeben, Euch auf diese Weise aufzunchmen. Verblen-dete, betrogene, dem Verderben geweihte Fürstin! Euer Schick-sal ist unwiderruflich, wenn Ihr diesen Strand verlasset. —Königin von Schottland, du sollst dein Erbe nicht verlassen!"rief er, ihren Mantel noch fester fassend; „treue Männer sollenEmpörer gegen deinen Willen werden, um dich vor Gefangen-schaft und Tod zu retten. Fürchte nicht die Hellebarden undBogen, welche dieser geputzte Mann hinter sich hat. Wir wollenihm mit Gewalt widerstehen. O, daß ich den Arm meineskriegerischen Bruders hätte! — Roland Avencl, zieh' deinSchwert!"
Die Königin stand da, erschreckt und unentschieden, deneinen Fuß auf dem Bret, den andern auf dem Sand ihresheimathlichen Ufers, welches sie in Begriff stand auf ewig zuverlassen.
„Wozu diese Gewaltsamkeit, Herr Priester?" nahm derLandrichter von Cumberland das Wort. „Ich bin hieher ge-kommen auf Befehl Eurer Königin, um ihr Dienst zu leisten,