folgte ihm zögernd. Der Ex-Abt nahm seinen Spaten wiederzur Hand.
„Ich könnte mich grämen um diese Männer," sagte er,„ und auch um diese arme Königin. Aber was soll irdischerGram einem achtzigjährigen Manne? — Es ist ein herrlicherfeuchter Morgen für den Frühkohl."
„Er ist altersschwach," sprach Ambrosius zu Roland,während er ihn nach dem Seeuser hinzog. „Wir müssen ihmZeit lassen, sich zu besinnen. Jetzt können wir an nichts Ande-res denken, als an das Schicksal der Königin."
Sie kamen bald dahin, wo sie stand, umgeben von ihremkleinen Gefolge, und neben ihr der Landrichter von Cumber-land, ein Edelmann aus dem Hause Lowther, in prächtigerKleidung und von Söldnern begleitet. An der Königin bemerkteman halb Lust und halb Widerwillen hinüberzugehcn. IhreWorte und Gebcrden sprachen Hoffnung und Trost gegen ihreBegleiter aus, und es schien, als wollte sic sich selber über-reden, daß ihr Schritt gefahrlos, und daß die Zusicherungfreundschaftlicher Aufnahme befriedigend sei. Aber ihre bebendeLippe und ihr unstetes Auge verriethen, wie peinlich es ihrwar, von Schottland zu scheiden, und mit welcher Besorgnißsie sich der zweifelhaften Aufrichtigkeit Englands anvertraute.
„Willkommen, Herr Abt, und auch Ihr, Roland Avenel! "rief sie den Ankommenden entgegen. „Wir haben fröhlicheZeitung für Euch. Der Beamte Unserer liebreichen Schwesterbietet Uns Zuflucht an vor den Empörern, die Uns aus UnseremEigenthum vertrieben haben. Leid thut es uns nur, daß Wirhier auf kurze Zeit von Euch scheiden müssen."
„Von uns scheiden, Madame?" fragte der Abt. „Sollalso Euer Willkomm in England mit der Beschränkung EuresGefolges und mit der Entlassung Eurer Rathgcber beginnen?"