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5 (1851) Der Abt
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frei durchstreifen können, besser als das verschlossene, bewachteLochleven mit seinem See, statt des Grabens? Wir sind frei; in diesem einen Wort liegt Trost für alle unsere Verluste."

Er hatte eine hohe Saite angeschlagen, aber er fand inMariens Herzen keinen Anklang.

Besser," erwiderte sie,ich wäre in Lochlcven geblieben,als daß ich die Nicdcrmetzelung meiner bis in den Tod getreuenUnterthanen durch Rebellen mit angesehen hätte. Sprich mirnicht weiter von neuen Anstrengungen; sie würden nur mei-nen Freunden das Leben kosten, euch, die ihr sie anrathet. Ichmöchte nicht nochmals empfinden, was ich fühlte, als ich vonjener Höhe aus die Schwerter von Mortons wilden Reiternunter den treuen Seytons und Hamiltons wüthen sah, ichmöchte nicht nochmals empfinden, was ich fühlte, als des lie-benden Douglas Herzblut meinen Mantel befleckte ich möcht'es nicht, und wenn ich dadurch Kaiserin aller Lande werdenkönnte, welche die Meere Britanniens umschließen. Macht mireinen Platz ausfindig, wo ich mein unglückliches Haupt bergenkann, das Verderben über Alle bringt, die es lieben; das istdie letzte Gunst, welche Maria von ihren treuen Nachfolgernerbittet."

In dieser niedergeschlagenen Stimmung setzte die unglück-liche Maria ihre Flucht mit unverminderter Schnelligkeit fort.Nachdem der Freiherr Herries mit wenigen Getreuen zu ihrgestoßen, machte sie zum ersten Male Halt an der Abtei Dun-drennan, fünfundzwanzig Wegstunden von dem Schlachtfelde.In diesem fernen Winkel von Galloway war die Reformationnoch nicht mit Strenge durchgesührt, und einige Mönche lebtennoch unbelästigt in ihren Zellen. Der Prior von Dundrennanempfing ehrerbietig und mit Lhränen in den Augen die Königinam Thor des Klosters.