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„Ich bring' Euch Verderben, guter Vater," sagte sic, alsman sie von ihrem Zelter hob.
„Es sei willkommen," erwiderte der Prior, „wenn es imGefolge der Pflicht kommt."
Auf ihre Kammerfrauen gestützt, warf die Königin einenBlick auf ihren Zelter, der abgemattet den Kopf hängen ließ,als traurc er um seine Besitzerin.
„Guter Roland," flüsterte sie, „sorge, daß Rosabellc ge-pflegt wird. Dein eignes Herz wird dir sagen, warum ich indieser Schreckensstunde eine so kleinliche Bitte stelle."
Man führte sie in ihr Gemach. Ihre Begleiter hielten inaller Eile Rath, und faßten den unglückseligen Entschluß, sichnach England zu werfen. Am nächsten Morgen gab die Kö-nigin ihre Zustimmung dazu, und sofort wurde an den engli-schen Markwart ein Bote geschickt, um sicheres Geleit undGastfreundschaft für die Königin von Schottland zu erbitten.Tags darauf wandelte der Abt Ambrosius mit Roland in demKlostcrgartcn auf und ab, und drückte gegen den Jüngling seineMißbilligung dieses Schrittes aus. „Es ist Wahnsinn undgewisses Verderben," sprach er. „Besser, sich den wilden Hoch-ländern oder den eben so wilden Grenzern überlassen, als derTreue Elisabeths. Ein Weib einem eifersüchtigen Weibe, einemuthmaßlichc Erbin einer kinderlosen Königin! — Roland!Hcrries ist ein ehrlicher Mann, aber sein Rath bringt seine Kö-nigin in's Verderben."
„Ja wohl, Verderben folgt uns überallhin," sprach einalter Mann in der Kleidung eines Laienbruders mit dem Spa-ten in der Hand, den der Abt im Eifer des Gesprächs nichtbemerkt hatte. „Betrachte mich nur nicht so verwundert! Ichbin weiland Abt Bonifacius von Kcnnaquhair, weiland GärtnerBlinkhoolie am Lochleven, in der Welt hcrumgehctzt, bis ich