Reisigen dem Fußvolk nicht zu weit vorancilcn und in bessererOrdnung vorrücken."
„Der Auftrag kommt mir zu," sprach Roland; „ich habezuerst die List des Feindes bemerkt."
„Mit Gunst," versetzte Seyton, „dort ist meines VatersBanner am Feind, und mir kommt es am ersten zu, Rettungzu bringen."
„Ich lasse es auf die Entscheidung der Königin ankommen,"sagte Roland.
„Wieder eine Berufung? wieder ein Streit?" fragteMaria. „Hat Maria Stewart in jenem schwarzen Schwarmnicht Feinde genug? müssen auch ihre Freunde Feinde gegeneinander werden?"
„Nein, Madame," erwiderte Roland Avcnel- „JunkerSeyton und ich streiten blos darum, wer Eure Person verlas-sen sollte, um eine dringend nöthige Meldung zum Heer zubringen. Er meinte, sein Rang berechtige ihn dazu, und ichbehauptete, die minder wichtige Person, welche ich bin, könntefüglichcr der Gefahr ausgcsetzt werden."
„Nein," sagte die Königin, „wenn Einer mich verlassenmuß, so sei cs Seyton."
Heinrich Seyton verbeugte sich, daß die weißen Federnseines Helmes sich mit der flatternden Mähne seines Streitros-ses vermischten, setzte sich dann fest in den Sattel, schwangtriumphirend seine Lanze, gab dem Pferde die Sporen undjagte über Stock und Stein davon nach seines Vaters Bannerhin, welches sich noch immer die Höhe hinauf bewegte.
„Mein Bruder! mein Vater!" rief Katharine mit demAusdrucke qualvoller Angst. „Sie schweben in Gefahr, undich bin in Sicherheit."
„Wollte Gott," sprach Roland, „ich wäre bei ihnen,