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5 (1851) Der Abt
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dem Hab' ich ihn nur in einigen wenigen Stunden der Unge-wißheit und der Angst gesehen, und jetzt scheide ich von demKind meiner Liebe für immer für immer! O, für jedenmühseligen Schritt, den ich in Eurer gerechten Sache in die-sem und in fremden Landen gethan habe, verleiht Schirm demKinde, welches ich nicht mehr mein nennen darf!"

Ich schwöre Euch, Mutter," sprach die Königin, tiefergriffen,daß Euch und ihm selber zu Liebe sein Glück einAnliegen für Uns sein soll."

Ich danke Euch, Tochter von Königen," erwiderte Mag-dalene und drückte ihre Lippen erst auf die Hand der Königin,dann auf die Stirn ihres Enkels.Und nun," sprach sie,ihre Thränen trocknend und sich mit Würde erhebend,nun dieErde das Ihrige hat, nimmt der Himmel das klebrige in An-spruch. Löwin von Schottland, ziehe aus und siege! Undwenn die Gebete einer gottgeweihten Seele dir helfen können,dann werden sie in manchem Lande, und von manchem fernenAltar segensreich emporsteigen. Ich will wie ein Gespenst vonLand zu Land, von Tempel zu Tempel schweben; in Gegen-den, wo selbst der Name meiner Heimath unbekannt ist, sollendie Priester fragen: Wer ist die Königin im fernen Norden,für welche die alte Pilgerin so inbrünstig gebetet hat? Lebewohl! Ehre sei dein Thcil und irdisches Wohlsein, wenn esder Wille Gottes ist, wo nicht, so möge die Buße, welchedu hier thust, deine ewige Glückseligkeit sichern! Laß Nie-manden zu mir sprechen oder mir folgen. Mein Entschluß istgefaßt, mein Gelübde unabänderlich."

Während der letzten Worte entfernte sie sich und ihr letzterBlick war auf ihren geliebten Enkel gerichtet. Er wollte auf-stchen und ihr folgen, aber die Königin und Freiherr Seytonverhinderten ihn.