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5 (1851) Der Abt
Entstehung
Seite
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wieder der Nebel über mich, und meine Stärke wird Schwäche,meine Weisheit Lhorheit. Ich habe gesprochen vor Fürsten undCardinälen, ja, edle Fürstin, sogar vor den Fürsten deinesHauses Lothringen, und ich weiß nicht, woher die Worte derUeberredung kamen, die von meinen Lippe» flössen und vonihren Ohren eingesogcn wurden. Dagegen jetzt eben, wo icham meisten Worte der Ueberredung nöthig hätte, ist Etwas,das meine Stimme erstickt und mich der Sprache beraubt."

Wenn cs irgend in meiner Macht steht, Euch ein Ver-gnügen zu machen, so sprecht nur, und das bloße Wort soll sogut sein wie all Eure Beredsamkeit."

Königliche Frau," erwiderte die Schwärmerin,es istbeschämend für mich, daß in diesem hehren Augenblicke einigemenschliche Schwäche derjenigen anhängt, deren Gelübde dieHeiligen gehört haben, deren Arbeit in der gerechten Sachemit Segen gekrönt worden ist. Aber so ist es, so lange derlebendige Geist in der sterblichen Hülle cingeschlossen ist. Ichwill der Lhorheit nachgeben," fuhr sie weinend fort,und essoll die letzte sein." Darauf faßte sie Rolands Hand, führte ihnvor die Königin, ließ sich auf ein Knie nieder und gebot ihmauf beide Knice niedcrzufallen.Mächtige Fürstin," sprach sie,betrachtet diese Blume. Sie ward von einem freundlichenUnbekannten auf einem blutigen Schlachtfeld gefunden, und csdauerte lange, vis meine Augen sahen und meine Arme um-faßten, was mir von meiner einzigen Tochter übriggebliebenwar. Um Euretwillen und zum Besten des heiligen Glaubens,welchen wir Beide bekennen, konnte ich diese Pflanze, währendsie noch zart war, der Pflege Fremder ja sogar von Fein-den überlassen, bei welchen vielleicht sein Blut wie Wasservergossen worden wäre, hätte der Ketzer Glendinning erfahren,daß er de» Erben von Julian Avenel im Hause hatte. Seit-