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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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Empfindung, daß ich fast schwören möchte, ich säße auf meinemLeibpferd Rosabelle, das seines Gleichen nicht hat in Schottlandan Schnelligkeit, sanftem und sicherem Tritt/'

Und wenn das Roß, welches eine so theure Bürde trägt,sprechen könnte," antwortete die tiefe Stimme des schwcrmü-thigen Douglas,so würde es antworten: Wer anders alsRosabelle darf in einem solchen Fall seine geliebte Gebieterintragen, und wer anders als Douglas sollte ihren Zügel halten!"

Die Königin war betroffen. Sie erkannte augenblicklich,welche Ungelcgenheiten für sie und für ihn aus der schwärme-rischen Leidenschaft des jungen Mannes entspringe» müßten.Aber weibliche Dankbarkeit und weibliches Mitleid hinderte sie,den hohen Ton einer Königin anzunchmen und sie bemühtesich, das Gespräch im Ton der Gleichgültigkeit sortzusühren.

Ich meine," sagte sie,ich hätte gehört, daß bei derAustheilung meines Raubes Rosabelle Eigcnthum von MortonsLiebchen Alice geworden sei."

Der edle Zelter ist allerdings zu einem so erniedrigendenSchicksal bestimmt worden," antwortete Douglas.Rosabellewurde unter vierfachem Verschluß gehalten und unter die Auf-sicht zahlreicher Stallkncchrc und Hausbedienten. Allein Köni-gin Maria brauchte Rosabellen, und Rosabelle ist hier."

Und war es wohlgethan, Douglas," fragte die Königin,in Augenblicken, wo so mancherlei gewagt werden mußte, EureGefahren noch zu vermehren, um eines so unwichtigen Gegen-standes willen, wie ein Zelter?"

Nennt Ihr das unwichtig, was Euch ein augenblicklichesVergnügen bereitet hat?" entgegnete Douglas.Wäret Ihrnicht freudig überrascht, als ich Euch sagte, Ihr säßet auf Ro-sabellcn? Und würde, um Euch dies Vergnügen zu verschaffen,