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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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Sie trennten sich, bis sie durch das Läuten der Nacht-glocke wieder zusammcngerufen wurden. Die Königin erschienernst, aber fest und entschlossen. Frau Fleming verstand, alsvollendete Hofdame, ihr innerliches Beben zu verbergen. Katha-rinens Auge strahlte, als ob die Kühnheit des Wagstücks ihrenMuth noch mehr entflammte, und das halbe Lächeln um ihrenschönen Mund schien alle Gefahr und jede Folge der Entdeckungzu verachten. Roland, welcher fühlte, wie viel von seinerGewandtheit und Kühnheit abhing, nahm alle seine Geistes-gegenwart zusammen, und wenn er einen Augenblick seinenMuth wanken sah, richtete er sein Auge auf Katharinen, welcheer noch nie so schön gesehen zu haben glaubte.Ich kannunterliegen," dachte er;aber wenn ich die Aussicht auf die-sen Lohn habe, müssen sie den Teufel zu Hülfe nehmen, ummeinen Anschlag zu Nichte zu machen." So entschlossen stander, wie ein Windhund an der Leine, Hand, Herz und Augebereit, die Gelegenheit zur Ballführung des Plans herbeizufüh-ren und zu benutzen.

Die Schlüssel waren mit der gewöhnlichen Förmlichkeit derFrau von Lochleven überliefert worden. Sic stand mit demRücken gegen das Fenster gekehrt, welches, wie das im Schlaf-zimmer der Königin, die Aussicht nach Kinroß hatte und nachder, außerhalb des Ortes näher am See stehenden, damalsdurch einzelne Hütten mit dem Ort zusammenhängenden, Kirche-In dieser Stellung kostete sie die Speisen und während diesesGeschäftes lagen die Schlüssel auf dem Tische. Den Gefange-nen wollte es bedünken, als ob sie dies Mal ungewöhnlich acht-sam auf die Schließwerkzeugc sei. Eben hatte sie ihr Geschäftals Borkosteri» beendigt und wollte die Schlüssel wieder nehmen,als der Kammerjunker, welcher neben ihr stand, weil er ihr dieeinzelnen Schüsseln hatte darreichen müssen, seitwärts nach