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5 (1851) Der Abt
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Als er diese Nachricht der Königin brachte, reichte diese ihm dieHand zum Kusse dar. Er kniete nieder, aber wie erstauntwar er, als er sie ehrfurchtsvoll an seine Lippen brachte undfand, daß sie feucht und kalt war wie Marmor.Um Gotteswillen, Madame!" rief er,laßt nur jetzt den Muth nichtsinken!"

Ruft Unsere liebe Frau an, theure Herrscherin!" sprachFrau Fleming.Ruft Euren Schutzengel an!"

Ruft die Geister der hundert Könige an, von denen Ihrentsprossen seid!" redete Roland ihr zu.In dieser Stundeder Noth wäre die Entschlossenheit einer königlichen Seele dieHülse von hundert Heiligen wcrth!"

O Roland Graeme!" erwiderte die Königin im Tonetiefer Niedergeschlagenheit,bleibe mir treu Biele sind miruntreu geworden. Ach! ich selber bin mir nicht immer treugeblieben! Mir ahnt, daß ich im Kerker sterben werde, unddaß dies Wagstück uns Allen das Leben kosten wird. In Frank-reich hat mir ein Wahrsager verkündet, ich würde im Gefäng-niß eines gewaltsamen Todes sterben, und jetzt naht die Stunde.Wollte Gott, sie fände mich vorbereitet!"

Madame," nahm Katharine das Wort,bedenkt, daßIhr eine Königin seid. Besser, wir Alle sterben in dem muthi-gen Versuch, unsere Freiheit zu gewinnen, als daß wir hierbleiben, um uns vergiften zu lassen, wie Ungeziefer, das manin alten Häusern vertilgt."

Ihr habt Recht, Katharine," erwiderte die Königin,undMaria will sich ihrer selbst würdig zeigen. Ach! euer jugend-lich froher Muth begreift nicht die Ursachen, welche den wei-nigen gebrochen haben. Vergebt mir, meine Kinder, und ge-habt euch einstweilen wohl. Ich will Leib und Seele vorbc-reitcn für dies beängstigende Wagniß."