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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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Die Königin bekreuzte sich und blickte gen Himmel.Ichunwürdige Sünderin!" sprach sie;um meinetwillen trägtein so heiliger und in so hohem geistlichen Amt stehender Manndas Gewand eines gemeinen Kriegsknechtes und setzt sich derGefahr aus, den Tod eines Verräthers zu sterben!"

Gott wird seine Diener schützen," sagte Katharine Sey-ton.Seine Hülfe würde Segen über unser Unternehmenbringen, wäre es nicht um seiner selbst willen gesegnet."

Was ich an meinem geistlichen Vater bewundere," be-merkte Roland,ist der feste Blick, mit dem er mich ansah,ohne im Geringsten merken zu lassen, daß er mich kennt. Ichhätte dergleichen nicht für möglich gehalten, seitdem ich aufge-hört habe, Heinrich und Katharinen für eine und dieselbe Per-son zu halten."

Aber habt ihr nicht bemerkt," sagte die Königin,wieder gute Pater den Zweck der Fragen des alten Weibes ver-eitelte, indem er ihr die Wahrheit sagte, welche sie nicht alssolche aufnahm?"

Roland dachte in seinem Sinn, daß die Wahrheit, wennsie mit der Absicht zu täuschen gesprochen werde, nicht vielbesser sei als eine verkappte Lüge. Allein cs war jetzt keineZeit, solche Gewissensfragen zu verhandeln.

Und nun das Zeichen vom Lande!" rief Katharine.Mein Herz sagt mir, daß wir heut Abend zwei Lichter statteines in dem Garten Eden schauen werden. Spielt Ihr, Ro-land, nur mannhaft Eure Rolle, so tanzen wir heut noch imGrünen, wie Feen um Mitternacht."

Katharine hatte sich in ihrer Vermuthung nicht getäuscht.Am Abend flimmerten zwei Lichter statt eines in dem Häuschen.Roland vernahm mit klopfendem Herzen, daß der neue KnechtBefehl erhielt, außerhalb der Burg Schildwache zu stehen.