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„Sieh' dort zum Fenster hinaus, Roland," begann dieKönigin- „Siehst du neben den Lichtern, welche jetzt allgemachdrüben in Kinroß angestcckt werden, siehst du durch die Däm-merung das vereinzelte Fünkchen näher am Wasser? Von hieraus gesehen ist cs nicht größer als ein Lcuchtwürmchen, unddoch, guter Jüngling, ist dies Licht Marien Stewart theurerals jeder Stern, der am blauen Himmelsgewölbe funkelt. Durchdies Zeichen erfahre ich, daß mehr als ein treues Herz aufmeine Befreiung sinnt; und ohne diese Gewißheit und ohne dieHoffnung, welche sie mir gibt, würde ich längst meinem Schick-sal erlegen und vor Herzeleid gestorben sein- Ein Plan nachdem andern ist entworfen und aufgegeben worden, aber nochimmer glimmt das Licht, und so lange cs glimmt, lebt meineHoffnung. — O, wie manchen Abend Hab' ich dagesessen, nach-denkend über unsere zerstörten Entwürfe und kaum hoffend,daß ich je wieder dies Zeichen des Heiles sehen würde. Aberplötzlich leuchtete es wieder und brachte, wie das Feuer vonS- Elmo, Hoffnung und Trost dahin, wo eben noch eitel Nie-dergeschlagenheit und Verzweiflung gewesen!"
„Wenn ich nicht irre," sprach Roland, „so schimmert dasLicht aus dem Hause des Kunssgärtners Blinkhoolie."
„Du hast ein gutes Auge," antwortete die Königin. „Dortist es, wo meine Getreuen — Gottes und der Heiligen Segenüber sie! — Rath halten wegen meiner Befreiung. DieStimme eines armen Gefangenen würde verhallen auf dieserblauen Wasserfläche, anstatt bis zu ihnen zu dringen; nichtsdcstoweniger kann ich mich ihnen mittheilen. Ich will dir dasGehcimniß anvertraucn. Jetzt frage ich die treuen Freunde, obder Augenblick des Wagstücks nahe ist. Fleming, stelle dieLampe an's Fenster."
Frau Fleming that wie befohlen und nahm dann sogleich