„Vor einem Heer alter Weiber, mit Nocken und Spin-deln bewaffnet," unterbrach ihn Katharine. „Aber er findetgar keinen Geschmack an den Piken und Partisanen, welchesich erheben möchten auf den Ruf: Herbei! Hie, Douglas!"
„Wer sich nicht vor schöner Frauen Zungen fürchtet," fuhrder Kammerjunkcr fort, „braucht vor nichts Anderem zu beben.
— Aber, allcrgnädigstc Frau, ich bin so ziemlich überzeugt, daßich im Stande wäre, der Frau von Lochlevcn diese Schlüsselin die Hände zu spielen. Nur fürchte ich die Schildwachc,welche jetzt des Nachts in dem Garten steht, und durch denGarten führt nothwcndig unser Weg.".
„Unsere letzten Nachrichten von Unseren Freunden jenseitshaben Uns in dieser Beziehung Aussicht auf Hülfe gegeben,"antwortete die Königin.
„Und ist Ew. Durchlaucht der Treue und Wachsamkeit derFreunde von Außen sicher?"
„Für ihre Treue und für ihre Wachsamkeit bürge ich mitmeinem Leben. Ich will dir augenblicklich den Beweis liefern,treuer Roland, daß sie eben so crsindsam und zuverlässig sind,wie du. Komm her—halt, Katharine, begleit' Uns, Wir ge-hen nicht allein mit einem so hübschen Kammerjunkcr in Unserinneres Gemach. Fleming, verschließt die Thür des Wohn-zimmers, und gebt Uns Kunde, so wie Ihr den leisesten Tritthört. Aber nein, — geh' du an die Thür, Katharine," unddabei flüsterte sic. „Dein Ohr und dein Verstand sind schärfer,
— gute Fleming, begleite du Uns." — Und abermals flüstertesie dem Mädchen zu: „Ihre ehrwürdige Person wird eine ebenso sichere Wache für Roland sein, wie die deinige, — also seinicht eifersüchtig, mignonne."
Frau Fleming leuchtete voran in der Königin Schlafgcmach,welches durch ein Eekerfenstcr sein Licht empfing.
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