lichkcit. „Ich gebe zu" sprach sie, „daß die Augen der FrauLochlcvcn, welche nicht zu den klarste» gehören, getäuscht werdenkönnten, wenn cs uns erst einmal gelungen wäre, ihr dieseSchlüssel statt der echten Werkzeuge ihrer Tyrannei in dieHände zu spielen. Aber wie ist dies eben anzustellcn? undwer in meiner kleinen Hofhaltung kann sich getrauen diesentour de HonZIeur mit einiger Hoffnung auf Erfolg zu ver-suchen? Könnten wir sie nur in ein anziehendes Gespräch ver-wickeln! Aber die, welche ich mit ihr führe, sind immer vonder Art, daß sie die Schlüssel nur um so fester packt, als obsie sich sagte: hier Hab' ich das, was mich über Euren Tadelund über Eure Vorwürfe hinaussetzt! — Und selbst um ihreFreiheit zu erlangen, könnte Maria Stewart sich nicht ernie-drigen, der stolzen Ketzerin gute Worte zu geben. — Wassollen wir machen? Soll Frau Fleming ihre Beredsamkeit ver-suchen in Beschreibung des neuesten Pariser Kopfputzes? —Lieber Himmel! Die gute Dame hat meines Wissens die Modein diesem Stück nicht gewechselt seit der Schlacht bei Pinkie. —Soll mu mignonne Katharine ihr eines der rührenden Liedersingen, mit welchen sie mir und Rolanden Lhräncn in die Au-gen lockt? — Guter Gott? Dame Margarethe Douglas würdelieber einen Hugenottenpsalm von Clemens Marrot hören, ge-sungen auf die Melodie von: lieveilleL von», belle endor-nne. — Vettern und getreue Räthe, was ist zu machen? UnserVerstand hat in dieser Geschichte Weg und Steg verloren. —Soll Unser Reisiger und Leibkämpe, Roland Graeme, einenAngriff auf die alte Dame machen und ihr die Schlüssel parvois de snit abnchmen?"
„Nein, mit Ew. Durchlaucht Erlaubniß," antwortete Ro-land, „hoff ich die Sache mit mehr Behutsamkeit zu betreiben.Zwar in Ew. Durchlaucht Dienst fürchte ich mich nicht-"