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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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rcr Dankbarkeit betrifft, so stehe ich, wie Ihr wißt, ganzunter der Gewalt meines Batcrs, und die arme Königin wirdvcrmuthlich für eine lange Zeit mehr von dem Belieben ihrerGroßen abhängen, als Macht haben, sie zu zwingen."

„Mag cs sein," entgegncte Roland. „Meine Lhatensollen selbst das Vorurthcil bezwingen. Es ist eine Zeit, wosich die Kräfte regen, und ich will nicht faul sein. Der Rit-ter von Avenel, so hoch er jetzt auch steht, hat sich von einereben so tiefen Stufe cmporgeschwungcn, wie die, auf welcherich jetzt stehe."

„Richtig!" antwortete Katharine. „So spricht der theureRitter des Romans, der sich mit dem Schwerte den Wegbahnt durch Teufel und feurige Drachen zur gefangenen Fürstin."

„Aber wenn ich die Fürstin in Freiheit setzen kann, sodaß sie im Stande ist, nach eigner Wahl zu handeln, wenwird dann ihre Wahl treffen, theure Katharine."

„Befreit die Fürstin von Banden, und sie wird es Euchsagen." Mit diesen Worten brach das Fräulein das Gesprächab und eilte so plötzlich zur Königin, daß diese halblaut aus-rief: „Doch wohl nicht noch mehr schlimme Zeitungen? Dochwohl kein Zwiespalt in meiner Hofhaltung?" Als sie aberKatharinens erröthende Wangen und Rolands freudetrunkenenBlick sah, fügte sie hinzu: „Nein, nein; ich sehe, Alles stehtgut. »la petito miAnonne, gehe auf mein Zimmer und holemir — warte — ja, hole mir mein Bisambüchschen."

Nachdem sie so ihre Dienerin entfernt hatte, um ihr Ge-legenheit zu geben, ihre Verwirrung zu verbergen, nahm sieden Kammerjunker auf die Seite und sprach: „Ich möchte anEuch und an Katharinen wenigstens zwei dankbare Unterthanenhaben. Welcher Herrscher sollte so geneigt sein, treue Liebe zuunterstützen, wie Maria? — Ah! Ihr legt die Hand an's