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selbe gelegt hatte. Wenn Euer Bruder mit demselben Gesicht,derselben Stimme, derselben Gestalt wie Ihr vor mir stände,Las blanke Schwert in der Hand, dann könnte er eher meinHerzblut vergießen, als mich die Lust anwandelte, ihm Wider-stand zu leisten."
„Leider ist cs nicht mein Bruder allein," bemerkte sieweiter. „Ihr gedenkt nur der eigenthümlichen Umstände, unterwelchen wir auf dem Fuße der Gleichheit, ich mochte fast sa-gen, der Vertraulichkeit zu einander gestanden haben. Ihrbedenkt nicht, daß, wenn ich in meines Vaters Haus zurück-kehre, eine Kluft zwischen uns ist, über welche Ihr nur mitLebensgefahr hinauskommen könnt. Eure einzige Verwandte,von der man weiß, hat sonderbare Eigenheiten und gehörteinem friedlichen und gebrochenen Stamme an;*) im Uebrigenist Eure Herkunft unbekannt. Verzeiht mir, daß ich die un-leugbare Wahrheit sage."
„Die Liebe, schone Katharine, verachtet die Stammbäume,"erwiderte Roland Graeme.
„Die Liebe kann es, aber der Freiherr Seyton wird esnicht thun," versetzte das Fräulein.
„Die Königin, meine und Eure Gebieterin, wird sich in'sMittel legen. O, stoßt mich nicht von Euch in dem Augen-blicke, wo ich mich für ganz glücklich hielt! Habt Ihr nichtselber gesagt, Ihr und Sie würdet meine Schuldner werden,wenn ich ihr zur Freiheit verhelfe."
„Ganz Schottland wird dann Euer Schuldner werden,"sprach Katharine. „Aber was die thatsächlichcn Beweise unse-
*> Gebrochen hieß ein Stamm ohne ein Haupt, das fähig gewesenwäre, das gesetzmäßige Verhalten derselben zu verbürgen — ein Stammvon Rechter». Die Graemes aus dem Streitigen Land befanden sich indiesem Verhältnis;.