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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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„Ich," unterbrach ihn Katharine in demselben Tone un-gewöhnlicher Ernsthaftigkeit, wie vorher, „ich habe Euch zulange erlaubt, Euch solcher Ausdrücke gegen mich zu bedienen.Ich fürchte, ich darf es nicht länger gestatten, und ich tadlemich selber für den Schmerz, den dies Euch verursachen mag."

„Was in aller Welt ist.denn vorgefallcn, daß unser Ver-hältniß zu einander sich so plötzlich umgestalten müßte, oder daßIhr mit so unerwarteter Grausamkeit Euer ganzes Benehmengegen mich ändern solltet?"

„Ich weiß es im Grunde selbst nicht recht," antwortetedas Fräulein, „wenn es nicht der Umstand ist, daß die Bege-benheiten dieses Tages mir die Nothwcndigkeit für uns Beideeinleuchtend gemacht haben, uns einander ferner zu bleiben.Ein Zufall wie der, welcher Euch das Dasein meines Brudersvcrrathcn hat, könnte zu Heinrichs Kunde bringen, auf wel-chen Fuß Ihr Euch mit mir gestellt habt, und leider läßt michsein ganzes Benehmen und seine heutige That alsdann dasSchlimmste befürchten."

„O schöne Katharine, seid unbesorgt in dieser Hinsicht.Gegen Gefahren dieser Art werde ich mich zu schützen wissen."

„Das heißt, Ihr würdet Euch mit meinem Zwillingsbru-der auf Tod und Leben schlagen, um zu zeigen, wie viel Ihrauf seine Schwester haltet. Ich habe die Königin in ihrentrüben Stunden sagen hören, daß die Männer im Haß undin der Liebe die selbstsüchtigsten Geschöpfe sind, und Eure Sorg-losigkeit in vorliegender Sache scheint diese Behauptung zurechtfertigen. — Doch schlagt die Augen nicht so sehr nieder;Ihr seid nicht schlimmer, als Andere."

„Ihr thut mir Unrecht, Katharine," erwiderte Roland.„Ich dachte nur daran, daß ich mit einem Schwert bedrohtwäre, nicht aber daran, in wessen Hände Eure Phantasie das-