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den von Esthland und Lievland so viel Aufmerksamkeit zuzuwen-den, daß selbst nicht während einer Secunoe ihr Auge dem sei-nigen begegnete. Nach Beendigung der Vorlesung ging dirKönigin mit den Ihrigen in den Garten, und da RolandsUnruhe ihrem geübten Blicke nicht entgangen sein konnte, soverschaffte sie ihm wahrscheinlich absichtlich Gelegenheit, mitseiner Theuren zu reden. Sie gebot den jungen Leuten, sichin einiger Entfernung zu halten und knüpfte mit Frau Flemingein vertrautes Gespräch an, welches, wie wir von einer an-deren Seite erfahren, sich um die Frage drehte, ob der steifstehende Kragen oder der Umlegkragen den Vorzug verdiene.Roland hätte der einfältigste unter allen jungen Liebhabern ge-wesen sein müssen, wenn er sich nicht bemüht hätte, diese Ge-legenheit zu benutzen.
„Den ganzen Nachmittag," begann er, „habe ich schondie Frage auf der Zunge, ob Ihr, schöne Katharine, mich nichrfür einen mit Blindheit geschlagenen Narren gehalten habt, daßich Euch und Euren Bruder mit einander verwechseln konnte?"
„Die Möglichkeit solcher Verwechselung," antwortete Ka-tharine, „ist eben kein glänzendes Zeugniß für die Feinheitmeiner Manieren, da die eines wilden Jünglings so leicht fürdie meinigcn gehalten werden konnten. Doch ich gedenke mitder Zeit weiser zu werden, und in dieser Absicht will ich nichtan Eure Thorheiten denken, sondern daran, wie ich die mei-nigen ablegen möge."
„Letzteres wird das Leichtere sein," erwiderte Roland.
„Das möchte ich nicht gerade behaupten," sprach Katha-rine sehr ernst. „Ich fürchte, wir Beide haben unverzeihlicheNarrenstreiche gemacht."
„Ich bin verrückt gewesen," cntgegnete Roland, „un-verzeihlich verrückt- Aber Ihr, liebenswürdige Katharine-"