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geschrieben und besiegelt von dem Kämmerer zu Kinroß, be-willigt der Magdalene Gracmc, gemeiniglich genannt MutterNicnevcn, in Betracht, daß sie sich dazu versteht, sich erfor-derlichen Falles auf vicrundzwanzig Stunden innerhalb deseisernen Lhores der Burg Lochlcven zu verfügen."
„Schelm!" fuhr die Burgfrau den Kämmerer an, „wiekonntet Ihr Euch unterstehen, ihr solchen Schutz zuzusagen?"
„Es geschah auf den Befehl Ew. Gnaden, den Randal,wie er bezeugen kann, überbracht hat," antwortete der Käm-merer. „Ich bin bloS der Apotheker, welcher die Arzneiennach Anweisung des Mediciners mischt."
„Ich erinnere mich — ich erinnere mich," sprach dieBurgfrau. „Aber meine Meinung war blos, daß die Zusiche-rung in dem Falle angewandt werden sollte, wenn sie sich ineinem fremden Gerichtsbezirke aufhielte, so daß sie auf UnserenBefehl nicht ergriffen werden könnte."
„Nichtsdestoweniger," bemerkte die Königin, „ist die Frauvon Lochlcven gebunden durch die Handlung ihres Bevollmäch-tigten, welcher die Zusicherung gegeben hat."
„Madame," erwiderte die Burgfrau, „das Haus Douglashat nie ein gegebenes sicheres Geleit gebrochen und wird esauch nie thun. Zu schwer hat es gelitten durch einen an ihmverübten Treubruch, als Einer von Ew. Durchlaucht Ahnen,Jakob der Zweite, dem Gastrechte und seiner schriftlichen Zu-sage zuwider, den wackeren Grafen von Douglas mit eignerHand erdolchte, drei Schritte weit von der Tafel, an welcherer eben noch als der geehrte Gast des Königs von Schottlandgesessen."
„Mich dünkt," sprach die Königin gleichgültig, „in Be-tracht einer so neuen und unerhörten Schauergeschichte, welche,glaub' ich, erst vor hundert und etlichen Jahren vorgefallen ist,