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5 (1851) Der Abt
Entstehung
Seite
109
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Urtheil abwarten, welches vermuthlich auf Tod lauten wird.Was dies Weib anlangt, so ist ihr Geschäft durch die heiligeSchrift verdammt und wird nach den weisen Gesetzen unsererVorfahren mit dem Tode bestraft. Auch sie muß ihr Urtheilabwarten."

Habe ich denn," fragte die Königin,gar keinen An-spruch an das Haus Lochlevcn für das Unrecht, welches ich bei-nahe in seinen Mauern erlitten hätte? Ich verlange dafür jaNichts weiter, als das Leben eines alten gebrechlichen Weibes,deren Verstand, wie Ihr selber sehen könnt, einigermaßen durchdie Jahre und durch Leiden angegriffen zu sein scheint."

Wenn Frau Maria mit Unheil bedroht worden ist in demHause von Douglas," erwiderte die unbeugsame Burgfrau,somag als Gcnugthuung dafür gelten, daß ihre Anschläge diesemHause die Ausstoßung eines werrhgeschätzten Sohnes gekostethaben."

Redet nicht weiter für mich, gnädigste Königin," nahmMagdalcne das Wort;erniedrigt Euch nicht, auch nur einHaar von meinem grauen Haupte von ihr zu erbitten. Ichweiß, mit welcher Gefahr ich meiner Kirche und meiner Köni-gin diene, und bin stets bereit gewesen, mein armseliges Le-ben als Lösegeld für sie darzubringen. Es liegt ein Trost indem Gedanken, daß durch meine Ermordung oder durch Be-schränkung meiner Freiheit oder auch nur durch Krümmungeines Haares meines grauen Hauptes, das Haus, mit dessenEhre sie prahlt, das Maß seiner Schande voll macht, indemcs seine feierliche schriftliche Zusage der Sicherheit bricht." Da-mit zog sic ein Papier aus dem Busen und händigte es derKönigin ein.

Es ist eine feierliche Zusage der Sicherheit für Leib undLeben," sprach Maria,mit Frist zu kommen und zu gehen,