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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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und so viel Verworfenheit in einem und demselben Herzen ver-einigen ?"

Die Frau von Lochleven wußte nicht, wie weit Menschenvon einer gewissen finsteren und entschlossenen Gemüthsartdurch Empfindlichkeit über kleine Beleidigungen, vereint mitGewinnsucht und Eigennutz, gebracht werden können, zumalwenn solche seltsame, unverdaute, fanatische Meinungen hinzu-kommcn, wie sie dieser Mensch bei den schwachköpfigcn Schwär-mern Deutschlands eingesogen hatte, oder wie sehr die Lehrendes Fatalismus, die er entschieden angenommen hatte, das Ge-wissen verhärten, indem sie unsere Handlungen als das Ergeb-nis einer unvermeidlichen Nothwcndigkcit darstellen.

Während sie bei dem Gefangenen war, hatte Roland demKammerfräulcin den Inhalt seines mit ihr an der Thür ge-haltenen Gesprächs mitgstheilt. Der scharfe Verstand desMädchens ließ sie sogleich das Wesentliche von dem vermeintenVorfall begreifen, aber ihre Borurthcile führten sie über dieGrenzen der Wahrheit hinaus.

Sie haben beabsichtigt, uns zu vergiften!" rief sie ent-setzt aus.Da steht der verhängnißvolle Trank, der es bewerk-stelligen sollte! Ja wohl! sobald Douglas nicht mehr unserVorkoster war, stand zu erwarten, daß unsere Speise tödtlicheWürze erhalten würde. Du Roland, der du verkosten solltest,warst verurthcilt, mit uns zu sterben. O theure Frau Fleming,verzeiht mir die Beleidigungen, welche ich im Zorn gegenEuch ausgestoßcn habe! Eure Worte waren Euch von Gottin den Mund gelegt, um unser Leben zu retten und besondersdas der gekränkten Königin. Doch was ist jetzt zu thun'lDas alte Krokodil vom Sec wird bald wieder zurückkommen,um seine heuchlerischen Lhräncn über unseren Todcskampf zuvergießen. Frau Fleming, was sollen wir thun?"