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5 (1851) Der Abt
Entstehung
Seite
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Tyrannen Zakob, den Gott von seinem Stuhl und von derHöhe seines Stolzes herabgestürzt hat, gleichwie er den Königzu Babel schlug?"

Schweig', Elender!" rief die Burgfrau, und tausendwechselnde Erinnerungen drängten sich ihrer Seele auf beiNennung des Namens ihres königlichen Geliebten.Schweig'und lasse die Asche des Todtcn in Ruhe, des königlichen undunglücklichen Todten! Lies deine Bibel, und möge Gott dicheine bessere Nutzanwendung machen lassen, als du bisher gcthan!"Sie entfernte sich eilig, und als sie das nächste Gemach erreichte,traten ihr die Thränen so stark in die Augen, daß sic stillestehn und ihr Tüchlcin gebrauchen mußte, um sie zu trocknen.Das hätte ich nicht erwartet," sprach sie,eben so wenigwie Wasser aus einem harten Kiesel oder Saft aus einemdürren Baum zu ziehen. Mit trocknem Auge Hab' ich denAbfall und die Schande Georgs von Douglas, der Hoffnungdes Hauses meines Sohnes, des Kindes meiner Liebe, gesehen,und nun weine ich um den, der so lange schon im Grabe liegt,um de», welchem ich cs verdanke, daß seine Tochter meinenNamen zum Gespött machen kann! Aber sie ist seine Toch-ter. Mein Herz, verhärtet gegen sie aus so vielen Gründen, es erweicht sich, wenn ein Blick ihres Auges mir unerwar-tet ihren Vater hcrvorzaubcrt und eben so oft hat ihreAehnlichkeit mit ihrer verabscheuten Mutter, der ächten Tochterdes Hauses Guise, meinen Entschluß wieder befestigt. Abersie darf nicht sie darf nicht in meinem Hause sterben durchein solches Bubenstück. Gott sei Dank, die Wirkung des Tran-kes ist langsam und läßt sich vielleicht aufhcbcn. Ich willnochmals nach ihrem Zimmer gehen. O, dieser verhärteteBösewicht, dessen Treue wir so hoch schätzten und so wohl er-probt hatten! Durch welches Wunder kann sich so viel Treue