von Georg Douglas: das war das Zweite. Er war der Lieb-ling des Ealviniste» Hcnderson, der mich haßt, weil ich Nichtsvon einer besonderen Priesterschaft wissen will. Die moabitischeKönigin hatte ihn gern — aus allen Ecken, von den entgegen-gesetztesten Seiten blies der Wind zu seinen Gunsten — deralte Diener Eures Hauses wurde bei Euch gering geachtet. —Und was die Hauptsache ist: vom ersten Augenblick an, wo ichihn sah, verspürte ich Lust, ihn umzubringcn."
„Welch einen Teufel Hab' ich in meinem Hause unterhal-ten!" sprach die Frau von Lochlevcn. „Möge Gott mir dieSünde verzeihen, dir Nahrung und Kleidung gegeben zu haben!"
„Ihr konntet nicht anders, gnädige Frau," erwiderte derHofmeister. „Lange bevor dies Schloß gebaut war, ja langebevor das Eiland, auf dem cs steht, sein Haupt über das blaueGewässer cmporhob, war ich bestimmt, Euer treuer Sclav,und Ihr, meine undankbare Gebieterin zu sein. Wißt Ihrnicht mehr, wie ich mich zur Zeit der Mutter dieser Frau unterdie siegreichen Franzosen stürzte und Euren Gemahl heraushieb,während die, so mit ihm an derselben Brust gelegen, nicht denRettungsversuch wagen wollten? Erinnert Ihr Euch noch,wie ich mich in den See stürzte, als Eures Enkels Nachen vomSturm überrascht wurde, wie ich ihn bestieg und glücklich ansLand brachte? Gnädige Frau — der Diener eines schottischenLandhcrrn ist der Mann, welcher weder sein eignes noch frem-des Leben achtet, ausgenommen das seines Herrn. Was denTod des Weibes betrifft, so hätte ich den Trank eher an ihrversucht, wäre nicht Junker Georg ihr Vorkostcr gewesen. IhrTod — war' er nicht die glücklichste Nachricht, welche Schott-land je gehört har? Ist sie nicht von dem blutigen Stammder Guisen, deren Schwert sich so oft geröthet hat mit demBlut der Heiligen Gottes? Ist sic nicht die Tochter des elenden