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Komm, Roland, laß uns, die jüngsten ihren Anhänger, unsihrer Sache würdig zeigen, laß uns vor ihren Schemel knieenund sic anflchcn, die hochherzige Frau zu sein, welche sic stetsgewesen ist." Und sie ergriff Rolands Hand und führte ihnvor den Stuhl der Königin, und Beide knieetcn nieder. Mariabewegte sich vorwärts, so daß sie aufrecht saß, reichte die eineHand dem Kammerjunker zum Kusse dar und strich mit deranderen die Locken zurück, welche die Stirn der kühnen unddoch so liebreizenden Katharine beschatteten.
„Ach! mu luiiznonne," sprach sie, „wie mögt Ihr Beideso verzweifelter Weise Euer junges Leben an mein unglückseli-ges Schicksal knüpfen! — Sind sie nicht ein liebenswürdigesPaar, gute Fleming? Und ist cs nicht herzzerreißend, zu denken,daß ich ihr Verderben werden soll?"
„Nein," entgegncte Roland; „im Gegentheil, wir wollenEure Befreier werden."
„Lx orilnis pnrviilorum!" *) sprach die Königin, genHimmel blickend. „Durch den Mund dieser Kinder ruft mirder Himmel zu, mich den hohen Gedanken wieder zuzuwendcn,wie sic meiner Abkunst und meinen Rechten gemäß sind. Duwirst ihnen deinen Schutz verleihen und mir die Macht, ihrenEifer zu belohnen!" Und zur Fleming sich wendend, fügte siehinzu: „Du, meine Freundin, kannst sagen, ob es nicht immerMariens liebster Zeitvertreib war. Die, so ihr treulich dienten,glücklich zu machen. Wenn ich von den harten Predigern dercalvinistischcn Ketzerei getadelt ward, wenn ich sah, daß diegrimmigen Gesichter meiner Großen sich von mir abwandten,war es nicht deswegen, weil ich an der harmlosen Lust derJungen und Fröhlichen Theil nahm? weil ich mehr zu ihrem,
»1 Aus dem Munde der Kinder.